Tickende Zeitbomben oder nur ein besonders kritischer Blick auf konventionelle Filtertechnik?

Außenfilter – Tickende Zeitbomben

Vor kurzem erhielt ich von einem befreundeten Aquarianer einen Außenfilter mit der Bitte, mal nachzuschauen, warum der Filter Wasser verliert. Nach seiner Aussage lief Wasser aus dem Filterkopf. Alle sichtbaren Dichtungen waren gut mit Vaseline gefettet. Die nicht sichtbaren konnte ich erst durch Zerlegen des Filterkopfes sehen.

Garantiefall

In Garantiefällen ist es so, dass der Filter zum Hersteller eingeschickt wird und nach ca. 14 Tagen repariert zurückkommt. In den seltensten Fällen steht im Begleitprotokoll, was tatsächlich kaputt war. Und es wird immer ein Geheimnis bleiben. Bewegt sich der Filter außerhalb der Garantie, wird so mancher Aquarianer sich selbst helfen müssen.

Gummidichtungen

Dichtungen auszutauschen ist das geringste Problem. Im gut sortierten Aquaristik Fachhandel gibt es in der Regel schnell Ersatz und manchmal ist nach dem Wechseln einer Dichtung wieder Ruhe und alles bleibt trocken. Doch manchmal verzweifelt der Aquarianer an so einer Kiste, weil er nicht ahnt, dass im Filterkopf das Problem sitzt. Dort, wo er nur noch mit Spezialwerkzeug und handwerklichem Geschick herankommt.

Innenfilter oder Außenfilter

Bei der Anschaffung eines Aquariums stellt sich immer zuerst die Frage, mit welchem Filter möchte ich in Zukunft mein Volumen betreiben? Innenfilter, oder Außenfilter? Manchmal ist dies bereits beim Kauf vorgegeben bzw. eingebaut, so dass sich die Frage zunächst nicht stellt. Für die Käufer, die es dennoch betrifft, gibt es mehrere Möglichkeiten. Innenfilter, Außenfilter, Filterbecken und noch einiges mehr…

Konventionelle Filtersysteme

Bleiben wir vorerst bei konventionellen Filtern: Innenfiltern und Außenfiltern. In der Betrachtung der Innenfilter ergeben sich mehrere Vorteile: diese befinden sich im Aquarium und die Handhabung ist relativ einfach. Neuere Modelle überzeugen durch einen modularen Aufbau und wirken dadurch sehr übersichtlich. Großes technisches Verständnis braucht der Besitzer nicht. Nachteil: sie schlucken einen Teil des Innenraumes und zerstören für manche Aquarianer die Ästhetik.

Behältervolumen und tatsächlich besiedelbare Fläche für Bakterien

Das Behältervolumen bei Innenfiltern (wie viel Wasser passt tatsächlich in den Filter) bezieht sich auf einige 100 Milliliter, selten mehr als einen Liter. Das Filtervolumen (bezogen auf die Filtermedien und die tatsächlich besiedelbare Oberfläche für Bakterien) fällt noch geringer aus. Standzeiten (das ist der Zeitraum, den ein Filter braucht, um gänzlich zu verschmutzen) sind gering, in der Regel ca. 14 Tage. Fazit: ein Innenfilter wird, bezogen auf sein Filtervolumen und seine Reinigungsintervalle immer dem Außenfilter hinterherhinken. Punkto Sicherheit, bezogen auf Anschlüsse und Schläuche, immer einen Schritt voraus sein.

Außenfilter – Tickende Zeitbomben und ihre Macken!

Bevor ich jetzt den Holzhammer heraushole, möchte ich etwas vorweg nehmen. Das hier soll keine persönliche Anklage von irgendeinem Hersteller werden, sondern ist eher als konstruktive Kritik zu sehen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Problematik bei allen Außenfiltern die gleiche ist. Sie sind anfällig für Bedienungsfehler und sie wollen sorgsam behandelt werden. Mechanische Teile unterliegen einem ständigen Verschleiß, Schlampigkeit nehmen sie übel, und sie bergen eine Reihe von potenziellem Sollbruchstellen.

Verarbeitungsfehler und unsachgemäßer Umgang

Die ersten Probleme beginnen bereits bei den Filterkörben. Durch unsachgemäßes Übereinandersetzen der Körbe können sich nach oben hin Toleranzen von mehreren Millimetern aufbauen, so dass die Verschlussklammern, die Kopf und Filtergehäuse verbinden und abdichten sollen, diese nicht mehr ausgleichen können. Resultat: Wasser tritt aus.

Schlampige Verarbeitung

„Manchmal sorgt ein Werkzeug, eingebaut in einer Spritzgussmaschine, schon bei der Herstellung dafür, dass die Filterkörbe Differenzen bei den Durchleitungsstutzen bekommen, so dass sie nachher nicht mehr exakt übereinander passen“. Hier sind die Filterkörbe mit einem Stutzen versehen, die das angesaugte Wasser durch den gesamten aufgeschichteten Filterkorbaufbau leiten, um es dann von unten nach oben zu filtern.

Taube Ohren

Gespräche mit dem Hersteller auf der Interzoo 2012 stießen auf taube Ohren. Schon bei meiner ersten Begutachtung, dem Zerlegen und anschließenden Zusammenbaus eines neu vorgestellten Filters fiel mir das Manko auf. Die Stutzen rasteten nicht exakt ein – ich musste mit dem Mittelfinger nachhelfen. So ewas steht natürlich nicht in der Gebrauchsanweisung und führt dazu, dass einige Aquarianer entnervt so einen Filter beiseite stellen.

Überfüllung der Filterkörbe

Überfüllen der Filterkörbe kann ebenfalls dazu führen. Schmutz und kleine Splitterpartikel des Filtermediums, die sich unter Umständen auf die Oberkante des Filterbehälters verirrt haben, können zu Undichtheiten führen.

Vaseline ist für vieles gut

Trockene, ungefettete Kopfdichtungen sind die nächste Fehlerquelle. Sorgfältig vom Werk mit Vaseline an ihren Platz gesetzt, fristet diese Dichtung oft ein unbeachtetes Dasein. Bis zu dem Tag, an dem sich das erste Wasser im Aquarienschrank bemerkbar macht. Da ist es bereits zu spät. Die Kopfdichtung braucht regelmäßig Pflege.

Filterköpfe sind zerlegbar

Antriebsmagneten bzw. Impeller werden genauso vernachlässigt. Versteckt unter dem Antriebsmagnetdeckel fördern sie das gefilterte Wasser zurück in das Aquarium. Mit der Zeit verschmutzt der Impeller und die Kammer in der er läuft. Die Schleim und Schmutzschicht wächst ständig. Ein Teil davon wird durch den Abrieb wieder abgetragen und trotzdem leidet der Impeller, Achsen und Lager werden stärker beansprucht.

Laufzeitverlängerung der mechanischen Elemente

Die Laufleistung lässt sich deutlich verlängern, wenn auch hier mal nachgeschaut und der Schmutz entfernt wird. In der Regel kann so ein Impeller locker mehrere Jahre durchlaufen, ohne zu klappern. Machen sich erste Laufgeräusche bemerkbar, (nicht die, die sich durch Lufteinschlüsse einschleichen) wird es Zeit, Achse und Impeller zu wechseln.

Ansaughilfen sind die größten Übeltäter

In Gegenden, in denen die Wasserqualität recht hart ist, haben Besitzer von Außenfiltern, die über eine Ansaughilfe verfügen, die meisten Probleme. Kalk setzt sich an den sensiblen Gummidichtungen ab und lässt diese spröde werden. Sie geben nach und das Wasser sucht sich seinen Weg durch den Filterkopf. Dieser Vorgang passiert im Verborgenen, von außen nicht sichtbar, so dass sich der Besitzer sicher wähnt und keinen Handlungsbedarf sieht.

Sicherheitsadapter und Absperrriegel

Dichtungen an dem Sicherheitsadapter mit Absperrriegel ergeht es ähnlich. Werden diese kleinen Nullringe nicht regelmäßig mit Vaseline behandelt und hin und wieder ausgetauscht, wird das Material ebenfalls brüchig. Und so zieht sich die Geschichte der potenziellen Fehlerquellen durch den gesamten Filter.
Besonders anfällig und heikel sind die Sicherheitsadapter mit Absperrriegel in eigener Sache zusehen.

Verborgene Mechanik

Ich spreche nicht von den Dichtungen, sondern eher von der Mechanik, die sich in ihrem Inneren verbirgt. Normalerweise sind sie dafür da, um den Filter problemlos vom Kreislauf zu trennen. Das geschieht in der Regel folgendermaßen: Nachdem der Netzstecker gezogen, der Adapter auf die Off-Stellung gebracht wurde, wird ein Riegel benutzt, ein Knopf am Filterkopf nach innen gedrückt – so wird der Adapter freigegeben. Filter raus aus dem Schrank. Das ist natürlich immer eine Quälerei, in einem Schrank, der auf Optimum getrimmt ist. Gerade bei größeren Filtern, mit mehr als 9 Liter Behältervolumen, tut sich der Besitzer schwer dieses Teil aus dem Schrank zu wuchten .
Jetzt passiert folgendes: Der Aquarianer zieht den gesamten Filter vorsichtig aus dem Schrank. Bei ungekürzten Schläuchen ist das auch gut möglich, damit er jetzt vor dem Schrank seinen Aktivitäten nachgehen kann. Nicht immer geht diese Aktion gut aus.

Das Horrorszenario

Das schlimmste was einem Aquarianer passieren kann ist, wenn die Schlauchanschlüsse über dem Adapter abbrechen und das Wasser läuft. Allein die Realisierung, was gerade passiert ist, und die darauf folgenden Handlungen sind chaotisch. Wasserfluss stoppen, Anschlussgarnitur aus dem Aquarium mehr oder weniger reißen – das sind wertvolle Sekunden, die jetzt verstreichen. Gerade bei solchen Aktionen ist meistens keine Hilfe in der Nähe.

Vergangenheit

Ältere Filter bzw. Modelle, die noch heute in den Verkaufsregalen stehen und verkauft werden, verfügen noch zum Teil über ganz normale Kopf- und Filtergehäuse-Anschlüsse, ohne viel Schnickschnack. Nur das Reinigen dieser Oldtimer-Filter war immer eine Aktion – die gesamte Ansauggarnitur musste immer mit abgebaut werden, damit die Sauerei sich in der Badewanne fortsetzte. Das war immer der beste Ort für solche Saubermachaktionen. Schnell erkannte die Industrie, hier besteht Handlungsbedarf, und entwickelte Schnelltrennkupplungen.

Schnelltrennkupplungen

Was für ein Segen für gepeinigte Aquarianer. Jetzt konnten sie ihren Filter nachrüsten, was durch einen einfachen Schnitt durch den Schlauch geschah, in den jetzt die Schnelltrennkupplung eingefügt wurde. Aus zwei Bauteilen bestehend, der oberen und unteren Kupplung, jeweils mit einem Absperrhahn versehen und durch eine Schraubverbindung trennbar, ermöglichte sie es jetzt, dass die Saug- und Druckgarnitur am Aquarium angebaut bleiben konnte. Ein kleines Stück Schlauch mit einem Teil der Kupplung blieb immer am Filter. Beim Putzen war das und ist das immer noch hinderlich. Ältere Aquarianer erinnern sich bestimmt an dieses Zubehörteil. Wenn man Glück hat, findet man es heute noch in einem gut geführten Zoofachgeschäft.
Billig waren sie nicht, der Preis schreckte eher ab. Aber wer so ein Teil hatte, fühlte sich immer irgendwie sicherer. Nachdenken werden die wenigsten darüber – es bleibt bei diesem Gefühl!
Doch es ist mehr als fühlbare Sicherheit – sie ist beweisbar. Jeder Filterkreislauf kann so immer unterbrochen werden, ohne dass der Besitzer befürchten muss, dass sein Aquarium ausläuft. Sicher muss er sich auf seine Schnelltrennkupplung verlassen können, denn auch die braucht Pflege.

Vaseline und das verlegene Grinsen

Allheilmittel Vaseline gehört in jeden Aquarianerhaushalt. Im Fachgeschäft darauf hingewiesen, gibt es immer so ein verlegenes Grinsen bei dem Gegenüber, als wär es eine Anspielung auf irgendeine Sauerei. Nein, mein lieben Aquarianer und Autobesitzer, Vaseline lässt sich bei den Türdichtungen von Autos genauso einsetzen. Der nächste Winter kommt bestimmt und die Autotürdichtungen leiden bei Frost weniger und bleiben über Jahre geschmeidig.
Mein alter Eheim-Außenfilter brauchte selbst nach 7 Jahren, als ich ihn weiterverkauft habe, keine neue Kopfdichtung, weil ich diese immer sorgfältig gefettet habe. Heute wundere ich mich nur, was Aquarianer alles kaputtbekommen.

Nachträglich eingebaute Sicherheit

Doch zurück zur Schnelltrennkupplung – diese wollte ich noch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Aus dem Blickwinkel, wenn mal alles schief geht. Wenn ein Sicherheitsadapter mit Absperrriegel seinen Geist aufgibt, abbricht oder die Mechanik darin blockiert und nicht mehr zu entriegeln ist. Was ist dann? Klar, alles abbauen – zurück in die Vergangenheit. Herzlichen Glückwunsch. Eine Schnelltrennkupplung oder ein zusätzlich eingebauter Absperrhahn können durchaus die Rettung sein.

Bodenbohrungen

Hiermit möchte ich insbesondere die Aquarianer ansprechen, die ein Aquarium mit 1, oder 2 Bodenbohrungen mit Zu- und Ablaufrohr besitzen. Diese Bodenbohrungen sind eine feine Sache, um das Wasser dezent zum Außenfilter und genauso dezent zurück ins Aquarium zu leiten. Zu- und Ablaufschlauch werden mit Hilfe von Schlauchklemmen direkt an der Dürchführung, die durch den Aquarienboden geht, befestigt. Genau da liegt der Hund begraben.
Wenn jetzt nämlich wirklich der Sicherheitsadapter mit Absperrriegel kaputtgeht, läuft die Brühe.
Sie läuft nicht, wenn eine Schnelltrennkupplung mit eingebaut wird. Ja, selbst ein stinknormaler Absperrhahn, der dazwischen geschaltet wird, reicht schon aus.

Die Industrie erkennt langsam die Sicherheitslücken

Die Firma Eheim hat diese Sicherheitslücke bereits erkannt und bietet optional einen Doppelhahn (früher Schnelltrennkupplung) an. Optional reicht natürlich nicht – der Kunde muss es bereits im Verkaufsgespräch mitgeteilt bekommen.
Natürlich können wir dieses wunderbare Hobby nie ganz risikolos betreiben. Wir sind immer wieder gefordert zu handeln, nachzudenken, wie wir Risiken vermeiden können. Wir müssen lernen Sollbruchstellen zu beschränken, nicht zusätzlich noch einzubauen und die Teile, die Pflege benötigen, regelmäßig zu warten.

Erik Maik Arnold

Prostitution von Verlagshäusern

Als ich diesen Beitrag der Redaktion eines großen Verlagshauses zukommen ließ, mit der Bitte, ihn zu veröffentlichen, kam diese Antwort hier.

Hallo Herr Arnold,

vielen Dank für E-Mail und Angebot. Ihr Engagement verdient Hochachtung. Ich bewundere, mit welcher Tatkraft Sie da am Werke sind und nimmermüde auf die Missstände in der Aquaristik hinweisen. Doch leider, leider kann ich Ihre Arbeit nicht mit Veröffentlichungen unterstützen. Dazu sind die Hersteller einfach zu stark als zahlende Anzeigenkunden eingebunden und wir können es uns nicht erlauben, auch nur einen davon zu verprellen.

Viele Grüße,

…Den Namen des Chefredakteurs laß ich mal lieber weg.

Trotzdem konnte ich mir eine Antwort nicht verkneifen und habe ein Zitat von Voltaire benutzt.

Guten Morgen Herr …,

Wenn Du wissen willst wer Dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst. Voltaire, 1694 -1778

Mit freundlichen Grüßen Erik Maik Arnold

Aquariumtuning

Waterhome – die Schallmauer ist durchbrochen“

Welchen Grund oder welche Rechtfertigung gibt es eigentlich, ein neues oder gebrauchtes 60 cm Aquarium zu tunen?

Die Antwort ist einfach: seine Unvollkommenheit – und der gestiegene Anspruch seines Besitzers. Ein Aquarianer, der nicht frustriert das Handtuch geworfen hat, sondern seine Erfahrungen gesammelt hat, orientiert sich irgendwann an einem höheren technischen Niveau. Er möchte Eigenschaften größerer oder besser ausgestatteter Aquarien auf das eigene Becken übertragen.

Das Problem: Solche Lösungen sind im deutschen Zoofachhandel häufig nicht als Komplettsystem erhältlich. Also bleibt nur eines – improvisieren. Oder, wie ich es nenne: tunen.

Eines vorweg: Aquariumtuning erfordert zwei Dinge – Idealismus und Geld. Idealismus, damit einem unterwegs nicht die Motivation ausgeht. Geld, um die notwendigen Komponenten zu beschaffen.

Doch was lässt sich an einem Aquarium überhaupt verbessern?

Im Wesentlichen sind es zwei Bereiche: die Filterung und die Beleuchtung.

Der serienmäßige Innenfilter erfüllt zwar grundsätzlich seinen Zweck, mehr allerdings auch nicht. Deshalb empfiehlt der Fachhandel häufig den Umstieg auf einen Außenfilter. Das Argument ist nachvollziehbar: mehr Filtervolumen bedeutet in der Regel eine höhere biologische Leistungsfähigkeit.

Für das hier verwendete Aquarium wird beispielsweise ein Außenfilter mit rund 2,3 Litern Filtervolumen empfohlen. Er ist sogar leicht überdimensioniert, was grundsätzlich kein Nachteil ist. Die Förderleistung lässt sich über den Absperrhahn auf der Druckseite problemlos anpassen.

9 Liter Filtervolumen

Doch warum überhaupt einen Außenfilter verwenden?

Warum nicht den Filter direkt in das Aquarium integrieren?

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / Seitenansicht auf den Dreikammerfilter in einem getuntem 60er Waterhome SetGenau diesen Weg bin ich gegangen. Das Ergebnis sind rund 9 Liter Filtervolumen, in denen gleichzeitig Heizstab und Förderpumpe vollständig verschwinden. Die gesamte Technik befindet sich unsichtbar im Aquarium. Das wirkt nicht nur aufgeräumter, sondern erhöht auch die Betriebssicherheit, da keine außenliegenden Schläuche oder Verbindungen erforderlich sind.

 

Für den Filter wurden lediglich zehn Zentimeter der Beckenlänge geopfert. Das Wasservolumen reduziert sich dadurch nur geringfügig, während eine großzügige Pflanzfläche erhalten bleibt.

Ein zweiter Vorteil zeigt sich beim Blick auf den Lichtkasten.

Die serienmäßige Beleuchtung beginnt erst deutlich innerhalb der Außenkanten der Abdeckung. Links und rechts bleiben jeweils rund zehn Zentimeter nahezu unbeleuchtet. Es entstehen die bekannten Dunkelzonen, in denen viele Pflanzen nur unzureichend wachsen.

Der Grund liegt in den standardisierten Leuchtbalken. Die meisten Lichtkästen sind ausschließlich für eine bestimmte Lampengröße ausgelegt.

Ich sage bewusst „ausgelegt“, denn genau hier beginnt das eigentliche Tuning.

Mit wenigen konstruktiven Änderungen lässt sich die Beleuchtung erheblich verbessern und eines der größten Probleme vieler Komplettaquarien beseitigen.

Moderne Wasserpflanzen stellen heute deutlich höhere Ansprüche an die Lichtmenge als noch vor einigen Jahren. Eine ein- oder zweiflammige Standardabdeckung mit einfachen Leuchtstoffröhren reicht dafür oft nicht mehr aus.

Auch das schönste Produktfoto auf der Verpackung ersetzt keine ausreichende Lichtleistung. Es weckt Erwartungen, die viele Komplettsets im praktischen Betrieb nicht erfüllen können.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / Es geht auch ohne Industrie. Die erste modifizierte Waterhome-Abdeckung mit 4 x 15 Watt.In unserem Fall handelt es sich um ein Waterhome-Aquarium. Deshalb wird die Beleuchtung konsequent auf vier Leuchtstoffröhren erweitert.

Natürlich freut sich darüber auch der Fachhandel. Zusätzliche Leuchtbalken, Röhren und Reflektoren sorgen schließlich ebenfalls für Umsatz. Da leuchten nicht nur die Lampen, sondern auch die Augen aller Beteiligten.

Die Sonne geht auf

Mit 4 × 15 Watt verändert sich das Aquarium grundlegend.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / 60er Waterhome Set im bepflanzten Zustand.Die Lichtleistung steigt auf ein Niveau, das anspruchsvolle Wasserpflanzen erst richtig zur Geltung bringt. Aus einem gewöhnlichen Gebrauchtbecken wird wieder ein leistungsfähiges Pflanzenaquarium.

Für viele Aquarien bedeutet ein solcher Umbau die Rettung vor dem Keller oder dem Wertstoffhof.

So macht Aquaristik wieder Spaß und erreicht den Anspruch, den dieses Hobby verdient.

Die serienmäßige Beleuchtung überzeugt mich dagegen nicht. Für anspruchsvolle Bepflanzungen ist sie schlicht zu schwach ausgelegt.

Mein Rat an den Fachhandel lautet deshalb: Beschäftigen Sie sich stärker mit den tatsächlichen Bedürfnissen Ihrer Kunden und bieten Sie durchdachte Nachrüstlösungen an.

Meine Empfehlung an die Industrie fällt deutlich kürzer aus: Wer technische Entwicklungen verschläft, darf sich nicht wundern, wenn andere diese Lücke schließen.

In diesem Sinne – weitermachen.

Die Illusion von Wertarbeit

P.S.

Am 19. November 2012 endete die Geschichte dieses eigentlich wunderschönen Aquariums.

Unbemerkt war das Becken bereits am Vortag ausgelaufen. Die Ursache war eine Silikonnaht an der Rückwand, die sich vollständig gelöst hatte.

Bereits Monate zuvor hatte ich die Frontscheibe nacharbeiten müssen. Einige Wassertropfen auf dem Fußboden waren das erste Warnsignal. Ein langsam aufquellender Unterschrank das zweite.

Also kam Unterwasserkleber zum Einsatz. Das brachte lediglich zwei Tage Ruhe, bevor das Aquarium erneut zu tropfen begann.

Als nächste Maßnahme verklebte ich Aluminiumwinkel an den Außenecken des Beckens. Sie stoppten den Wasseraustritt vollständig und fügten sich optisch überraschend gut ein.

Die hinteren Silikonnähte wirkten weiterhin einwandfrei.

Doch dieser Eindruck war trügerisch.

Kurze Zeit später löste sich die hintere Naht vollständig.

Vier Jahre hatte dieses Industriebecken durchgehalten.

Der Anschaffungspreis betrug 49,99 Euro. Manche werden sagen, für diesen Preis könne man nicht mehr erwarten. Ich sehe das anders. Auch ein günstiges Aquarium sollte viele Jahre zuverlässig dicht bleiben.

Meine Konsequenz aus dieser Erfahrung lautet deshalb: Entweder lässt man solche Konstruktionen konsequent stehen oder man verstärkt sämtliche tragenden Klebenähte bereits vor der ersten Inbetriebnahme.

Eigentlich sollte das jedoch nicht Aufgabe des Käufers sein.

Bemerkenswert ist außerdem, dass auch die 80-cm-Serie desselben Herstellers ähnliche Probleme zeigte. Im Zoofachhandel kamen diese Aquarien regelmäßig als Reklamationen zurück und mussten ausgetauscht werden – teilweise sogar noch innerhalb der Garantiezeit.

Fazit

Ein niedriger Kaufpreis darf keine Rechtfertigung für konstruktive Mängel sein.

Ein Aquarium ist kein Wegwerfprodukt, sondern ein Gebrauchsgegenstand, der über viele Jahre zuverlässig funktionieren sollte.

Qualität zeigt sich nicht im Prospekt und auch nicht auf der Verpackung, sondern im täglichen Betrieb.

Erst dort entscheidet sich, ob der Käufer ein ausgereiftes Produkt erworben hat – oder ob er ungewollt zum Langzeittester der Industrie geworden ist.

Text und Bilder: Erik Maik Arnold

Die Modellreihe Foxtrott

Bild: Arnold Design Aquarium "Foxtrott volume TWO" in rechteckiger Form, sichtbarem Filter und dem neuen Lichtmodul.Zwei Drittel ein Drittel…oder Foxtrott wie diese Modellreihe  getauft wurde, lautet die Bezeichnung für diese  Becken. Das besondere an diesen Nano-Aquarien ist die Aufteilung der Grundfläche. Zwei Drittel Aquarium, ein Drittel Filter über die gesamte Längsseite oder Tiefenseite. Die eigentliche Filterkammer besitzt mit 3,2 Liter mehr Filtervolumen als ein kleiner konventioneller Außenfilter. Im linken Teil des Filters, der sogenannten Ansaugkammer die über großzügige Ansaugflächen verfügt, befindet sich  der Heizstab. Danach geht das Wasser zwangsgeführt in die mittlere Filterkammer über ein Filterflies, Grobschwamm, Filtra1Elos, in die Pumpenkammer, von wo aus das Wasser wieder zurück ins Becken gefördert wird. Beleuchtet wird das Ganze durch zwei bis drei 11Watt Kompaktleuchtstoffröhren, welche sich im überarbeiteten Lichtmodul (Sandwichbauweise) befinden, dass wiederum im oberen Teil des Beckens verschwindet.

 

Aquarium Splitter

Danke Tetra, wieder ein Aquarium zum tunen!

Bild: Ein von Arnold Design Aquarien getuntes 60er Tetra AquaArt Aquarium-Set mit Bepflanzung, einer ausreichenden Beleuchtung und einem 3 Kammer Innenfilter.Wenn ich eins von der heutigen Werbung gelernt habe, dann ist es das, dass sie aggressiv sein muss sowie über Emotionen und Suggestion abläuft. Was aber nicht unbedingt heißen muss, dass die Produkte, die es zu bewerben gilt, etwas taugen müssen.

Irgendeine deutsche Autobaufirma forderte seinerzeit einmal die Japaner dazu auf, ein neu auf den Markt gebrachtes Auto nachzubauen. Zitat:“Hallo Japaner, wieder ein Auto für Euch zum nachbauen.“ Das ist frech, drückt aber gleichzeitig den Unmut darüber aus, das ein Unternehmen entwickelt und andere davon profitieren, indem sie nachbauen. Soweit möchte ich gar nicht gehen, im Gegenteil, ich mache mir nur bestimmte Produkte der Industrie zunutze, bei denen die Voraussetzungen für eine professionelle Nutzung nicht gegeben sind.

Professionelle Nutzung nicht möglich

In der Aquaristik betrifft es speziell Aquariumabdeckungen und deren Beleuchtungskapazitäten. Gäbe es hier so eine Institution wie die Stiftung Warentest, würden wohl ausnahmslos alle Hersteller von konventionellen Abdeckungen durchfallen. Im unteren Preissegment, das heißt, den so genannten Einsteigersets, fällt diese besonders gravierend auf.Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Die Bauteile chronologisch geordnet, die zum Aufrüsten des Lichtkastens notwendig sind. Idealismus und ein wenig Geld gehören dazu.Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Ein 60er TetraAquaArt Aquarium mit einer 15 Watt Leuchtstoffröhre, die unglücklicherweise noch gekapselt ist, so dass die Wärme nicht abgeführt werden kann und die Röhre schneller altert.
60er-Sets sind so ein Einstieg in die Aquaristik. Ab ca. 39,- Euro aufwärts sind sie zu haben. Was keiner der Käufer weiß, ist, dass ihr billig erstandenes Set in der Wurzel nichts taugt. Es spielt keine Rolle, ob es eine bestimmte Marke ist oder für ein bestimmtes Unternehmen produziert wurde. So lange der Inhalt, sprich die Röhrenanzahl der Abdeckung, Minimum Eins beträgt, die Höhe des Aquariums unverhältnismäßig zur Beleuchtungsintensität steht, der Filter immer am Limit (Maximum) arbeiten muss, wird der Einstieg in die Aquaristik von Rückschlägen gezeichnet sein!
Es sei denn, der Kunde wird von Anfang an darauf aufmerksam gemacht, indem man ihm Optionen anbietet.

Anbieten von Optionen

Optionen bedeuten jedoch nicht zweiflammige Sets mit drittklassigen Leuchtstoffröhren – aber erstklassigen Fotos auf dem Umkarton. Tauscht man die Röhren gegen hochwertigere aus, wachsen anspruchslose Pflanzen recht gut. Ein Naturaquarium mit üppigem, anspruchsvollem Pflanzenwuchs bleibt trotzdem ein Traum. Also was tun? Aufrüsten heißt die Devise!

Tetra AquaArt-Aquarium

Innovative Technik und prämiertes Design ließen mich beim neuen Tetra AquaArt-Aquarium aufhorchen und das besagte Produkt näher untersuchen. Bei genauer Betrachtung fiel mir auf: Es hatte Schwachstellen. Wie jedes seiner Mitbewerberprodukte erschien mir die Beleuchtung im Verhältnis zur Aquariumhöhe – 35cm – etwas spärlich. Auch das Filtervolumen galt es aufzustocken. Wie? Das möchte ich am Tuning eines Tetra-Aquariums demonstrieren.

Danke Tetra, wieder ein Aquarium zum tunen!

Als erstes werde ich aus der ursprünglich einflammigen Beleuchtung eineBild: Tetra AquaArt-Aquarium / Tetra Beleuchtungskasten getunt mit 2 Akardia Freshwater T8 Leuchtstoffröhren und 2 Juwel Reflektoren dreiflammige machen. Die Konstruktion des Lichtkastens und seiner schwenkbaren Futterluken ist förmlich dafür prädestiniert, wobei deren Funktion weitestgehend erhalten bleiben soll.
Man nehme einen Doppelbausatz der Firma Hagen. Das ist eine elektronische Betriebseinheit für zwei Leuchtstoffröhren á 20W, zwei Reflektoren der Firma Juwel und zwei Leuchtstoffröhren Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Die Bedienbarkeit der Luken ist durch das Anbringen der zusätzliche Leuchstoffröhren nicht eingeschrängt. Für die Aufrüstung wurden Arcardia Freshwater Röhren verwendet. á 15W Arcadia – Freshwater der Firma Arcadia. So haben alle Firmen etwas davon – so richtig multikulturell. Das Ganze wird feinsäuberlich an den besagten Luken verschraubt. Dazu müssen wir leider vier kleine Löcher in die schöne Abdeckung bohren. Die aufgehende Sonne im Inneren wird uns darüber hinwegtrösten.

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich

Der Originalfilter vom  Tetra AquaArt-Aquarium erschien mir etwas zu schmalbrüstig. Bild: Das getunte 60er Starterset mit dem geöffnetem Lichtkasten und dem von Arnold Design Aquarien neu installiertem 3Kammer InnenfilterMit seinem Filtervolumen von circa – lassen wir es 1 Liter sein – wollte ich mich nicht zufrieden geben. 9 Liter Brutto erschienen mir dagegen schon angemessener. Effizient nutzbar und mit Filtermedien bestückt sind es 3,85 Liter. Das würde ausreichen, um ein 200 Liter-Aquarium zu filtern. Wir dagegen haben ein 60er Tetra AquaArt-Aquarium. Da kann auf jeden Fall nichts schief gehen. Zu Demonstrationszwecken werde ich den Filter transparent lassen. So kann man wunderbar die Technik (Heizstab und Förderpumpe) und den Aufbau des Filters sehen. Aquaristik ohne Geheimnisse – vielleicht sogar der Grundstein für Nachfolgendes.

Die anderen kochen auch nur mit Wasser

Falls Sie bisher gedacht haben, ich wolle nur Tetra vorführen, so stimmt das nicht ganz. Alle anderen Hersteller von Komplettsets können sich ebenfalls angesprochen fühlen. Nahezu alle 60er Sets lassen sich tunen. Das Argument, ein größeres Set zu nehmen, in dem von Haus aus schon eine zweiflammige Beleuchtung vorhanden ist, würde nur eine Multiplikation des Kleinen bedeuten. Der ungünstige Lichtfaktor bleibt derselbe. Bleibt nur noch die Argumentation mit Hilfe des Preises: „Was haben Sie für wenig Geld erwartet? Doch nicht etwa ein erstklassiges Produkt?“ „Eigentlich schon!“ Das Bild auf der Verpackung sah so gut aus – ein richtig schön bepflanztes Aquarium!

„Träumen Sie weiter“

Das Bild auf dem Karton stammt von einem frisch Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Rückansicht bzw. Seitenansicht von einem nachträglich eingebauten Dreikammerfilter.eingerichtetem Tetra AquaArt-Aquarium, das zu Fotozwecken zusätzlich angestrahlt wurde. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, ein hochwertiges Produkt für wenig Geld zu verkaufen. Ich denke, das versteht jeder. Jedoch gibt es noch ein Gesetz – das der Moral, das nur allzu schnell über Bord geworfen wird. Normalerweise sollte dieses Gesetz an die Hersteller appellieren, ihre Produkte nicht besser zu machen, als sie es sind.

Tetra AquaArt-Aquarium – Innovative Technik und prämiertes Design

Ein Designerpreis  ist noch lange nicht ein funktionierendes Endprodukt. Prämiertes Design täuscht über Funktion hinweg und ist lediglich ein ästhetisches Empfinden. Wenn die Zielgruppe das kaufbewusste Publikum ist, hat diese genauso ein Recht darauf, fair behandelt zu werden. Stattdessen tut unsere Industrie alles, damit genau diese Klientel dauerfrustriert bleibt und nicht versteht , warum ihr Aquarium nicht funktioniert oder nur eingeschränkt funktionieren kann. Hier bekommt doch jeder weniger grob strukturiert denkender Mensch sofort den Eindruck, dass das Ganze von ein paar klugen Köpfen gesteuert wird.

Seit mindestens zwei Jahrzehnten werden diese 60er-, 80er- und 100er-Sets gebaut sowie das Design nur unwesentlich geändert. Die Beleuchtung blieb völlig unberührt – Was ist los meine Damen und Herren – fällt Ihnen nichts mehr ein oder interessieren hier wirklich nur Abverkaufszahlen?
Oder kostet das Werkzeug so viel, um eine derartige Abdeckung in Plastik nicht herstellen zu können? Bestimmt nicht, denn das gesamte Innere können Sie direkt weglassen. Vermutlich wird die Abdeckung in einem Spritzgussverfahren hergestellt. Wo liegt da jetzt das Problem?

Doch halt, stopp – da fällt mir ein, es gibt doch schon 60er-Abdeckungen, in denen das Beleuchtungsmodul herausnehmbar ist. Wenn ich mich recht erinnere, waren das Lichtkästen von Bioplast und Müller & Pfleger. Nur die Zirkulation muss noch verbessert werden. Ein weiteres Manko bei vielen Abdeckungen, die direkt auf die Aquarienoberkante aufgesetzt werden, die an der Außenkante der Scheiben entlanglaufen. Hässliche Kalkstreifen bleiben zurück – warum? Weil die Tropfkante der Abdeckung nicht stark genug abgewinkelt ist. Wodurch entsteht so etwas? Kapillarität – also eigentlich eine Fehlkonstruktion!
Schlimmstenfalls trägt der Unterschrank die Konsequenzen davon. Das kann auch nicht der Rahmen unter dem Aquarium verhindern, der eine schmale Rinne in seinem Profil aufweist – irgendwann ist auch die voll. Ach so, ich vergaß, so lange steht das Aquarium ja gar nicht – Denn es steht bereits im Keller – warm und trocken. Von zehn Neuanfängern bleibt einer dabei, der sich ein größeres Volumen kauft – das ist eine bemerkenswerte Quote.

Verbesserte Bedingungen

Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Ein von Arnold Design Aquarien getuntes 60er-Set von Waterhome, beleuchtet mit 4x15 W Arcadia Freshwater T8 Leuchtstoffröhren.Es gibt bestimmt Menschen, die ihr 60er-Set unter anderen Bedingungen weiterbetreiben würden, aber aufgaben, weil keine Alternativen angeboten werden. Damit dies keine Dauerzustand bleibt, möchte ich einfach ein paar Dinge verbessern und so einigen Menschen zu einem zufriedenstellenden Hobby verhelfen.
Nebenbei bemerkt – keiner kommt zu Schaden. Der Kunde ist glücklich und die Industrie ist über Zusatzverkäufe zufrieden, was letztere doch schon wieder mit einem Augenzwinkern quittieren werden. Meine Designerdienstleistung würde ich sehr gern der Industrie zur Verfügung stellen. Vielleicht ist dann in Zukunft ein vierflammiges 60er-Set denkbar…

Stellt sich abschließend nur noch die Frage, wie wird jetzt jeder einzelne Hersteller darauf reagieren, ganz speziell Tetra? Muss ich jetzt mit einer Klage rechnen, werden sich einige Firmen mit mir in Verbindung setzen oder beginnt jetzt eine Flut von Begründungen, Rechtfertigungen und so weiter? Meine Damen und Herren, nehmen Sie mir es bitte nicht übel, aber über zehn Jahre Zoohandel lassen nicht nur bei Kunden Frustration entstehen, sondern auch bei den Verkäufern und Zoohändlern. Wenn man permanent die Produktionssünden der Industrie korrigieren muss, davon kann sich leider keiner von Ihnen freisprechen, dann bekommt man so seine Zweifel. Ich möchte alles andere als der ERFÜLLUNGSGEHILFE der Industrie sein.

Erfahrungen machen kann dauern

Das zu erkennen, hat bei mir 40 Jahre gedauert. Vorher orientierte ich mich an dem, was da war. Wenn da nicht eines Tages ein Japaner aufgetaucht wäre, der so eine völlig andere Aquaristik betrieb. Seine Aquarien sind wunderschön bepflanzt und extrem hell beleuchtet. Der bede-Verlag und andere haben sogar Bücher darüber veröffentlicht. Die einzige, die diesen Mann nicht so richtig wahrgenommen hat, ist offenbar unsere Industrie. Zumindest nicht, was seine 60er-Abdeckungen betraf. Denn es ist bereits einige Jahre her, seit ich eines dieser Bücher zum ersten Mal in den Händen hielt.

Licht

Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Es geht auch ohne Industrie - die erste modifizierte Waterhome-Abdeckung mit 4 x15 Watt .Viermal 20 W über einer 60 X 30 cm Grundfläche. Das hatte Charakter, ganz zu schweigen von den Pflanzen, die darunter gepflegt wurden. Spätestens an diesem Aquarium merkte ich, wie weit wir davon entfernt waren. Diesen Zustand galt es abzustellen und von Stund an sann ich darüber nach, wie man konventionelle Lichtkästen und Aquarien tunen kann, die dem heutigen Anspruch genügen.
Das Ergebnis sehen Sie heute.

Nachsatz!

Nach dem ich mit der Einrichtung des Cubes fertig war und die gesamte Technik angeschlossen hatte, kam jetzt der Moment der Inbetriebnahme für das modifizierte Tetra AquaArt-Aquarium. Das alles funktionieren würde, stand außer Zweifel. Womit ich nicht gerechnet habe, war der Vorher-Nachher-Effekt. Schaltet man nur die Originallampe vom Tetra AquaArt-Aquarium ein, wirkt die Einrichtung eher gespenstisch. Eine Freundin benutzte einmal die Aussage: „Sieht ja aus wie eine Räuberhöhle.“ Schlagartig war ich ernüchtert und versuchte mir vorzustellen, wie es wohl anderen Aquarianern gehen würde – Enttäuschung pur. Werden die beiden zusätzlich eingebauten Leuchtstoffröhren eingeschaltet, dann geht in dem Aquarium die Sonne auf.

Nach Licht kommt nochmal Licht

Der Unterschied war derartig gravierend, dass ich mich gefragt habe, wie viel Frechheit muss man besitzen, um ein Aquarium mit so wunderbaren Worten wie innovative Technik und prämiertes Design zu versehen? Die Bezeichnung „Einsteiger-Set“ halte ich für nicht richtig – Aussteiger-Set wäre da schon eher zutreffend. Wie sollen sich beim Neueinsteiger Anfängererfolge abzeichnen, wenn die Industrie dem Fachhandel nicht vernünftiges Equipment zur Verfügung stellt?
Eine alte Weisheit besagt, dass Unwissenheit ein Segen ist. Segen für wen? Ich glaube, der Fachhandel wird schlichtweg nur benutzt und das schon seit Jahrzehnten. Es wird Zeit, dass wir der Industrie mal ein wenig auf die Finger klopfen und deutlich machen – so nicht. Wir als Einzelhändler haben dies schon begriffen, denn die Rache des Kunden ist gewiss, wenn er merkt, dass das Produkt nicht hält, was versprochen wurde. Er geht zum Nächsten. Das können wir auch!
Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass die klappbare Abdeckung des Tetra – AquaArt Aquariums nicht durchdacht ist. Jedes Mal, wenn diese am nächsten Morgen aufgeklappt wird, ergießt sich das Kondenswasser, das sich über Nacht im Deckelinneren gesammelt hat, über die Rückwand des Aquariums – trotz oberer Umrandung! Welch ein Dilemma! Also lieber erst am Nachmittag oder Abend füttern, dann ist das Wasser verdunstet. Übrigens, Tetra hat kurze Zeit später reagiert – mit der Erwirkung eines Schreibverbotes für meine Person. Soviel zu Meinungsfreiheit.