Außenfilter – Komfort oder unterschätzte Verantwortung?

Tickende Zeitbomben? Oder einfach Technik, die verstanden werden muss?

Außenfilter gehören heute selbstverständlich zur modernen Aquaristik.

Für viele Aquarianer sind sie die erste Wahl, wenn es darum geht, größere Aquarien zuverlässig zu betreiben. Sie bieten viel Filtervolumen, lassen sich außerhalb des Aquariums unterbringen und ermöglichen eine flexible Gestaltung des Beckens.

Dennoch lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Nicht, weil Außenfilter grundsätzlich schlecht wären.

Sondern, weil jedes technische System seine Grenzen besitzt.

Ich schreibe diese Zeilen nicht aus der Theorie heraus.

Ich habe selbst Außenfilter betrieben.

Ich habe sie gereinigt, gewartet, zerlegt und wieder zusammengebaut.

Und ich habe über viele Jahre im Zoofachhandel erlebt, welche Probleme im Alltag tatsächlich auftreten können.

Hinter unserer Fischverkaufsanlage befand sich irgendwann ein Regal, das mehr aussagte als jede Statistik.

Dort lagen die Geräte, die ihren Besitzern Probleme bereitet hatten.

Es war erstaunlich, was dort alles zusammenkam.


Die Frage ist nicht: Funktioniert ein Außenfilter?

Die Frage ist:

Wie zuverlässig funktioniert er über Jahre hinweg unter realen Bedingungen?

Ein Außenfilter ist ein komplexes technisches System.

Er besteht aus vielen Einzelteilen:

Filterbehälter.

Filterkörben.

Dichtungen.

Schläuchen.

Kupplungen.

Pumpeneinheit.

Jedes dieser Bauteile erfüllt eine wichtige Aufgabe.

Gleichzeitig bedeutet jedes zusätzliche Bauteil auch eine mögliche Fehlerquelle.

Das ist keine Kritik an einer bestimmten Marke.

Es ist eine grundsätzliche Eigenschaft technischer Systeme.


Filtervolumen ist nicht alles

Ein häufig genannter Vorteil von Außenfiltern ist das größere Filtervolumen.

Das stimmt grundsätzlich.

Doch die entscheidende Frage lautet:

Was passiert mit diesem Volumen im Alltag?

Ein Filter kann noch so groß sein – irgendwann sammelt sich organisches Material an.

Filtermedien verschmutzen.

Der Durchfluss nimmt ab.

Die biologische Leistungsfähigkeit verändert sich.

Ein Filter ist kein Aquarium im Aquarium, das unbegrenzt ohne Pflege funktioniert.

Auch große Filtersysteme benötigen Aufmerksamkeit.


Die unterschätzte Wartung

Viele Probleme entstehen nicht durch einen Defekt, sondern durch fehlende Wartung.

Filterkörbe müssen richtig zusammengesetzt werden.

Dichtflächen müssen sauber sein.

Dichtungen benötigen Pflege.

Der Impeller und seine Kammer müssen kontrolliert und gereinigt werden.

Kleine Ursachen können große Auswirkungen haben.

Eine Dichtung, die über Jahre trocken bleibt.

Ein kleines Schmutzpartikel auf einer Dichtfläche.

Ein nicht exakt sitzender Filterkorb.

Was zunächst unbedeutend erscheint, kann später zu einem Wasseraustritt führen.


Filterkörbe und ihre Tücken

Die meisten Außenfilter arbeiten mit mehreren übereinander angeordneten Filterkörben.

Das ist praktisch, weil verschiedene Filtermedien kombiniert werden können.

Aber genau hier entstehen auch mögliche Probleme.

Werden Körbe nicht sauber zusammengesetzt, können sich kleine Ungenauigkeiten summieren.

Bauteile stehen unter Spannung.

Dichtungen werden stärker belastet.

Der Filter verliert unter Umständen seine Sicherheit.

Ein System funktioniert immer nur so gut, wie seine Einzelteile zusammenspielen.


Dichtungen – kleine Bauteile mit großer Wirkung

Eine der häufigsten unterschätzten Schwachstellen sind Dichtungen.

Viele Aquarianer sehen sie erst dann, wenn Wasser austritt.

Dabei sind Dichtungen Verschleißteile.

Sie benötigen Pflege.

Sie benötigen Kontrolle.

Gerade bei Außenfiltern, die jahrelang unbeachtet im Unterschrank stehen, wird dieser Punkt schnell vergessen.

Ein kleiner Wartungsschritt kann hier entscheidend sein.


Die Sache mit den Ansaughilfen und Sicherheitsadaptern

Moderne Außenfilter besitzen häufig komfortable Systeme, die das Reinigen erleichtern sollen.

Schnellkupplungen und Sicherheitsadapter sind eine große Hilfe.

Aber auch sie sind technische Bauteile.

Sie bestehen aus Mechanik und Dichtungen.

Gerade in Regionen mit hartem Wasser können Ablagerungen langfristig Auswirkungen haben.

Was dem Aquarianer zunächst Sicherheit vermittelt, muss trotzdem gepflegt werden.

Sicherheit entsteht nicht allein durch den Einbau eines Bauteils.

Sicherheit entsteht durch das Zusammenspiel aus Technik, Wartung und Aufmerksamkeit.


Ein Filter darf nicht zur Aufgabe werden

Der wichtigste Punkt aus meiner Sicht:

Aquarientechnik sollte den Menschen unterstützen – nicht überfordern.

Ich habe Systeme erlebt, deren Reinigung fast zur Tagesaufgabe wurde.

Komplexe Technik kann faszinierend sein.

Aber wenn Wartung zum Projekt wird, verliert sie ihren eigentlichen Zweck.

Ein Aquarium soll Freude bereiten.

Es soll kein Kampf gegen die eigene Technik werden.


Was ich heute anders sehe

Mit dem Abstand vieler Jahre sehe ich manche Dinge differenzierter.

Außenfilter sind aus der Aquaristik nicht wegzudenken.

Viele Aquarianer betreiben sie erfolgreich.

Das liegt auch daran, dass Technik weiterentwickelt wurde.

Aber eines hat sich nicht geändert:

Ein Filter ersetzt kein Verständnis.

Wer ein technisches System betreibt, sollte seine Funktionsweise kennen.

Er sollte wissen, wo mögliche Schwachstellen liegen.

Und er sollte bereit sein, ein wenig Zeit in Pflege und Kontrolle zu investieren.


Mein Fazit

Ein Außenfilter ist kein Feind der Aquaristik.

Aber er ist auch kein unsichtbarer Helfer, der vollkommen eigenständig arbeitet.

Er ist Technik.

Und Technik verlangt Verantwortung.

Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Erkenntnis:

Nicht die modernste oder größte Lösung ist automatisch die beste.

Die beste Lösung ist diejenige, die zum Aquarianer, zum Aquarium und zu den Bedürfnissen der Tiere passt.

Denn am Ende entscheidet nicht der Filter allein über den Erfolg.

Sondern der Mensch, der ihn betreibt.

Interzoo 2014 in Nürnberg

Interzoo 2014 – Als ich mit einem Prototypen nach Nürnberg fuhr

Manche Projekte verschwinden nach ihrer Fertigstellung in Vergessenheit. Andere markieren einen Wendepunkt – unabhängig davon, ob sie jemals in Serie gingen oder nicht. Für mich gehört Foxtrott Antarktika eindeutig zur zweiten Kategorie.

Foxtrott Antarktika entstand nicht aus einer spontanen Idee. Als das Aquarium 2014 fertiggestellt wurde, war es bereits der vierzehnte Prototyp meiner eigenen Aquarienentwicklung. Die Wurzeln dieser Entwicklung reichen bis in das Jahr 2004 zurück.

Damals entstand mein erstes Nanoaquarium auf einer Grundfläche im DIN-A4-Format. Schon dieses frühe Projekt verfolgte zwei Ziele, die meine Arbeiten bis heute prägen: eine möglichst servicefreundliche Konstruktion und die gestalterische Illusion, auf kleinstem Raum die Wirkung einer deutlich größeren Landschaft zu erzeugen.

Inspiriert von den Naturaquarien jener Zeit experimentierte ich bereits damals mit einem Vorläufer des späteren Sandwichmoduls. Viele der Ideen, die zehn Jahre später in Foxtrott Antarktika ihre ausgereifte Form fanden, waren hier bereits angelegt.

Das Aquarium entstand 2014 ursprünglich als Auftragsarbeit. Kurz vor der Fertigstellung wurde der Auftrag jedoch überraschend storniert. Nach vielen Stunden Entwicklungsarbeit stand ich plötzlich mit einem nahezu fertigen Prototypen da, für den es keinen Auftraggeber mehr gab.

Anstatt das Projekt einzulagern, entschied ich mich für einen ungewöhnlichen Schritt: Ich wollte das Aquarium dort präsentieren, wo sich die internationale Aquaristikbranche trifft – auf der Interzoo 2014 in Nürnberg.

Seit Mitte der 1990er Jahre besuche ich die Interzoo regelmäßig – zunächst als Angestellter im Zoofachhandel, später als selbstständiger Zoofachhändler und schließlich als Entwickler individueller Aquariensysteme. Die Messe war für mich immer ein Ort, an dem neue Ideen auf technische Kompetenz und praktische Erfahrung treffen.

Mit diesem Gedanken nahm ich Kontakt zu verschiedenen Herstellern auf. Ein Gesprächstermin bei Juwel Aquarien war schnell vereinbart. Für einen Termin bei Eheim war etwas mehr organisatorischer Aufwand notwendig, letztlich erhielt ich aber auch dort die Gelegenheit, mein Konzept persönlich vorzustellen.

Ein Aquarium mit einem anderen Ansatz

Foxtrott Antarktika war kein klassischer Nano Cube. Ziel war es nicht, lediglich ein kleines Aquarium zu bauen, sondern ein System zu entwickeln, bei dem Gestaltung, Technik und Wartung konsequent voneinander getrennt sind.

Herzstück des Aquariums ist ein vollständig modular aufgebautes Sandwichmodul. Es bildet die komplette technische Einheit des Systems und lässt sich wie eine Schublade aus dem Aquarium herausziehen.

Im Inneren dieses Moduls befindet sich eine separate Aluminium-Technikplatte. Auf ihr sind sämtliche technischen Komponenten montiert – von der LED-Beleuchtung über Kühlkörper, Konstantstromquelle und Netzteil bis hin zu den Lüftern und der kompletten Verkabelung. Ein rückseitiges Lüftungsgitter schützt die Technik und sorgt gleichzeitig für eine wirkungsvolle Luftzirkulation.

Die eigentliche Besonderheit zeigt sich jedoch erst bei der Wartung. Muss die Technik erweitert, umgebaut oder eine Komponente ersetzt werden, wird nicht das Aquarium zerlegt. Stattdessen wird das Sandwichmodul herausgezogen und die Technikplatte anschließend einfach aus ihrer Führung entnommen. Sämtliche Arbeiten können bequem außerhalb des Aquariums erfolgen. Anschließend wird die Technikplatte wieder eingeschoben und das Modul in seine Ausgangsposition zurückgeführt.

Diese konsequente Trennung von Technik und biologischem Lebensraum war bereits 2014 eines der zentralen Entwicklungsziele des Projekts.

Auch das Beleuchtungssystem folgte diesem Gedanken. Zum Einsatz kamen drei Cree XM-L T6 LEDs, die über massive Aluminium-Kühlkörper passiv gekühlt und zusätzlich temperaturabhängig durch hochwertige Lüfter unterstützt wurden. Ergänzt wurde das System durch eine separat schaltbare blaue Nachtbeleuchtung.

Ebenso ungewöhnlich war das Filtersystem. Der integrierte Dreikammerfilter verfügte mit rund 8,6 Litern über ein außergewöhnlich großes Filtervolumen für ein Aquarium dieser Größe und war vollständig in die Konstruktion integriert.

Konstruktion bis ins Detail durchdacht

Die Entwicklung beschränkte sich jedoch nicht allein auf die Technik. Bereits während der Konstruktion spielte die spätere Wartung eine entscheidende Rolle.

Da sich das Sandwichmodul nach hinten aus dem Aquarium herausziehen lässt, wurde auch der erforderliche Bewegungsraum am späteren Aufstellort berücksichtigt. Ein Aquarium sollte nicht nur gut aussehen, sondern auch nach vielen Jahren noch problemlos gewartet werden können.

Für Situationen, in denen der Platz hinter dem Aquarium einmal nicht ausreicht, besitzen meine Aquariensysteme eine weitere konstruktive Besonderheit. Unter dem Glasboden befindet sich eine Styroporunterlage, die bei den meisten Modellen vollständig von umlaufenden Aluminiumprofilen verdeckt wird.

Dadurch lässt sich das komplette Aquarium bei Bedarf vorsichtig auf seiner Unterlage drehen, ohne dass der Glasboden direkt belastet wird. Selbst wenn der Zugang zum Sandwichmodul durch Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände eingeschränkt sein sollte, bleibt die Technik weiterhin erreichbar.

Solche Details fallen auf den ersten Blick kaum auf. Sie entscheiden jedoch darüber, ob ein Aquarium über viele Jahre hinweg einfach zu warten ist oder jede Wartung zur Geduldsprobe wird.

Die Präsentation auf der Interzoo

Mit diesem Prototyp reiste ich schließlich zur Interzoo nach Nürnberg. Mein Ziel war es nicht, ein fertiges Serienprodukt zu verkaufen, sondern das technische Konzept Fachleuten der Branche vorzustellen und ihre Einschätzung zu hören.

Während meines Aufenthalts führte ich mehrere Gespräche mit Herstellern und Entwicklern.

Bei Juwel Aquarien stieß das Konzept auf echtes Interesse. Besonders die modulare Bauweise und die konsequente Trennung von Technik und Aquarienraum wurden aufmerksam betrachtet. Das Gespräch entwickelte sich offen und konstruktiv und bestätigte mich darin, dass der eingeschlagene Entwicklungsweg durchaus Aufmerksamkeit erzeugte.

Das Gespräch mit Eheim verlief dagegen deutlich zurückhaltender. Mein Eindruck war, dass mein Konzept dort nicht zur damaligen Entwicklungsstrategie passte. Die Präsentation verlief sachlich, jedoch ohne größere technische Rückfragen oder erkennbare Begeisterung. Einige Monate später erhielt ich schließlich die Mitteilung, dass sich daraus keine Zusammenarbeit ergeben würde.

Damals empfand ich diese Absage durchaus als Enttäuschung. Mit dem Abstand vieler Jahre sehe ich diese Begegnung jedoch wesentlich gelassener. Unternehmen verfolgen ihre eigenen Entwicklungsziele und wirtschaftlichen Strategien. Nicht jede Idee passt in ein bestehendes Produktprogramm. Das schmälert jedoch nicht den Wert eines eigenständigen Konzepts.

Rückblick

Heute betrachte ich Foxtrott Antarktika nicht mehr als gescheitertes Auftragsprojekt, sondern als einen wichtigen Meilenstein meiner eigenen Entwicklung.

Viele konstruktive Ideen, die erstmals in diesem Aquarium umgesetzt wurden, finden sich auch in späteren Arbeiten wieder. Dazu gehören die konsequente Trennung von Technik und Lebensraum, modulare Baugruppen, servicefreundliche Konstruktionen und die Möglichkeit, technische Komponenten jederzeit ohne großen Aufwand auszutauschen oder weiterzuentwickeln.

Rückblickend war Foxtrott Antarktika weit mehr als ein einzelner Nano Cube. Das Projekt markierte den Beginn einer Konstruktionsphilosophie, die meine späteren Arbeiten nachhaltig prägen sollte: Technik als eigenständiges, modular aufgebautes System zu verstehen – leicht zugänglich, servicefreundlich und konsequent vom Lebensraum der Aquarienbewohner getrennt.

Die Interzoo 2014 war deshalb für mich nicht das Ende eines gescheiterten Projekts, sondern der Beginn einer Entwicklung, deren Ideen mich bis heute begleiten.

Was aus Foxtrott Antarktika wurde

Die Geschichte von Foxtrott Antarktika endete nicht auf der Interzoo.

Nach der Messe blieb das Aquarium zunächst in meinem Besitz. Obwohl das Projekt ursprünglich als Auftragsarbeit begonnen hatte, entwickelte sich der Prototyp zu einem eigenständigen Einzelstück, das schließlich einen privaten Käufer fand.

Im Frühjahr 2015 entschied sich ein Aquarianer aus Bad Doberan, sein bisheriges Aquarium durch Foxtrott Antarktika zu ersetzen. Der Prototyp wechselte für 800 Euro den Besitzer – ein Preis, der für ein individuell gefertigtes Nano-Aquarium zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Auf der Interzoo war das Aquarium zuvor von Fachleuten auf etwa 1.000 Euro geschätzt worden.

Damals galt Takashi Amano mit seinen Naturaquarien und den hochwertigen ADA-Produkten als internationaler Maßstab im Premiumsegment der Aquaristik. Hochpreisige Nano-Aquarien wurden vor allem mit seinem Namen verbunden. Umso mehr freute es mich, dass ein vollständig in Mecklenburg-Vorpommern entwickeltes und gebautes Einzelstück in einer vergleichbaren Preisregion einen Käufer fand.

Noch wichtiger als der Verkauf war jedoch die Rückmeldung aus der Praxis.

Bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme erhielt ich die ersten Fotos des eingerichteten Aquariums. Besonders hervorgehoben wurden die Lichtqualität der LED-Beleuchtung, die einfache Handhabung und der Gesamteindruck des Systems. Für mich war das die schönste Bestätigung, denn ein Prototyp beweist seinen Wert erst dann, wenn er sich im Alltag eines Aquarianers bewährt.

Rückblickend sehe ich Foxtrott Antarktika deshalb nicht nur als technisches Entwicklungsprojekt, sondern als Nachweis dafür, dass sich durchdachte Konstruktionen, handwerkliche Fertigung und eigenständige Ideen auch abseits industrieller Serienproduktion behaupten können.

Das Aquarium blieb ein Unikat. Gerade deshalb nimmt es in meiner persönlichen Entwicklung einen besonderen Platz ein.

Bild: Präsentation auf der Interzoo / Interzooauftritt 2014 in Nürnberg / Nano-Design Aquarium Foxtrott Antarktika (2014) im Nachmodus. Das Aquarium ist für den Nachtmodus mit blauen LED's ausgestattet.Bild: Präsentation auf der Interzoo / Interzooauftritt 2014 in Nürnberg / Nano Cubes Foxtrott Antarktika (2014) in der Frontperspektive

Die Liste der klein bleibenden Fische

Kleinstfische für die Nanoaquaristik – damals wie heute

Überarbeitete und aktualisierte Fassung des ursprünglichen Artikels aus dem Jahr 2006.

Als alles begann

Als ich mich im Jahr 2004 intensiver mit sehr kleinen Aquarien beschäftigte, war der Begriff Nanoaquarium in der Süßwasseraquaristik nahezu unbekannt. Zwar existierten im Meerwasserbereich bereits seit einigen Jahren sogenannte Nanoriffaquarien, doch im Süßwasser galten Becken unter 30 Litern eher als Spielerei oder wurden ausschließlich für Garnelen empfohlen.

Spätestens mit der Interzoo 2006 in Nürnberg änderte sich dieses Bild. Plötzlich präsentierten zahlreiche Hersteller kleine Aquarien als neue Produktlinie. Was zuvor nur wenige Aquarianer ausprobiert hatten, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem festen Bestandteil der Aquaristik.

Heute gehören Nanoaquarien selbstverständlich zum Hobby. Gleichzeitig hat sich aber auch das Verständnis ihrer Möglichkeiten und Grenzen deutlich verändert. Ein kleines Aquarium ist keineswegs einfacher zu pflegen als ein großes. Im Gegenteil: Je geringer das Wasservolumen, desto stabiler müssen Wasserwerte, Technik und Pflege aufeinander abgestimmt sein.

Eines hat sich jedoch bis heute nicht geändert: Wer ein Nanoaquarium dauerhaft artgerecht besetzen möchte, benötigt wirklich klein bleibende Fischarten. Genau diese waren damals nur schwer zu finden – und daran hat sich bis heute erstaunlich wenig geändert.

Die Suche nach geeigneten Arten

Bereits 2004 begann ich damit, verschiedene Nanoaquarien zu planen, zu bauen und einzurichten. Anders als viele damalige Halter wollte ich diese Becken nicht ausschließlich mit Garnelen oder Zwergkrebsen besetzen. Mein Interesse galt den kleinsten Süßwasserfischen überhaupt.

Als selbstständiger Zoofachhändler erhielt ich regelmäßig die Stocklisten verschiedener Großhändler. Dabei fiel mir auf, dass zwar Hunderte Fischarten angeboten wurden, tatsächlich geeignete Kleinstfische jedoch kaum vertreten waren. Viele Arten überschritten deutlich die damals von mir gesetzte Grenze von drei Zentimetern Endgröße oder waren nur unregelmäßig verfügbar.

Also begann ich zu recherchieren.

Je tiefer ich in die Fachliteratur und internationale Quellen eintauchte, desto größer wurde die Überraschung. Weltweit existieren weit mehr Kleinstfische, als den meisten Aquarianern bekannt ist. Viele davon werden kaum größer als zwei Zentimeter, manche bleiben sogar unter einem Zentimeter Körperlänge. Die meisten sind allerdings ausgesprochene Spezialisten und nur äußerst selten im Handel erhältlich.

Bereits damals entstand daraus eine umfangreiche Artenliste. Sie bildete die Grundlage meiner ersten Nanoaquarien und ist bis heute stetig gewachsen.

Was versteht man unter einem Kleinstfisch?

In der Aquaristik existiert keine verbindliche Definition. Für diesen Artikel sollen ausschließlich Arten betrachtet werden, deren natürliche Endgröße dauerhaft unter drei Zentimetern liegt.

Diese Grenze ist bewusst gewählt.

Viele häufig als „Nanofische“ bezeichnete Arten erreichen tatsächlich vier bis sechs Zentimeter Körperlänge. Für größere Nanoaquarien mögen sie durchaus geeignet sein, für die klassischen Becken zwischen 20 und 30 Litern sind sie jedoch oftmals nur eingeschränkt empfehlenswert.

Körpergröße allein entscheidet allerdings nicht über die Eignung einer Art. Ebenso wichtig sind:

  • Schwimmverhalten

  • Revierverhalten

  • notwendige Gruppengröße

  • Futteransprüche

  • Wasserparameter

  • Bewegungsdrang

Ein zwei Zentimeter langer Fisch kann deutlich höhere Ansprüche an den Lebensraum stellen als eine ruhig lebende Art mit vier Zentimetern Länge.

Die kleinsten Süßwasserfische der Welt

Unter den bekannten Süßwasserfischen befinden sich einige Arten, die selbst erfahrene Aquarianer kaum zu Gesicht bekommen.

Art

Endgröße

Bemerkung

Paedocypris progenetica

10–11 mm

einer der kleinsten bekannten Wirbeltiere

Paedocypris carbunculus

ca. 12 mm

extrem selten

Danionella dracula

ca. 18 mm

transparente Art mit verlängerten Kieferzähnen der Männchen

Danionella cerebrum

ca. 18 mm

erst vor wenigen Jahren wissenschaftlich beschrieben

Danionella translucida

bis 22 mm

nahezu durchsichtig

Pandaka pygmaea

10–12 mm

Zwerggrundel aus Brackwasserhabitaten

Boraras micros

bis 18 mm

einer der kleinsten Bärblinge

Barboides gracilis

etwa 20 mm

kleinster afrikanischer Karpfenfisch

Sundadanio axelrodi

etwa 20 mm

Schwarzwasser-Spezialist

Oryzias minutillus

bis 25 mm

kleinster Reiskärpfling

Viele dieser Arten besitzen allerdings keinen nennenswerten Stellenwert in der Aquaristik. Einige gelten als wissenschaftliche Raritäten, andere kommen nur in sehr kleinen Verbreitungsgebieten vor oder sind aufgrund ihres Schutzstatus praktisch nicht verfügbar.

Gerade deshalb sollte ihre Erwähnung nicht als Besatzempfehlung verstanden werden, sondern vielmehr als Hinweis darauf, welche erstaunliche Vielfalt die Natur hervorgebracht hat.

Die Praxis sieht anders aus

Für den Aquarianer stellt sich letztlich eine ganz andere Frage:

Welche Arten lassen sich überhaupt dauerhaft pflegen und regelmäßig beziehen?

Hier schrumpft die Auswahl erheblich.

Bereits vor zwanzig Jahren gehörten die Boraras-Arten zu meinen Favoriten. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Sie verbinden geringe Endgröße, ausgeprägtes Schwarmverhalten und eine vergleichsweise unkomplizierte Haltung miteinander.

Auch heute zählen sie noch immer zu den interessantesten Bewohnern kleiner, dicht bepflanzter Aquarien.

Die Liste der klein bleibenden Fische

Die folgende Übersicht enthält ausschließlich Arten, deren natürliche Endgröße etwa drei Zentimeter nicht überschreitet. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Arten, die für jedes Nanoaquarium geeignet sind. Entscheidend sind immer die Ansprüche an Wasserwerte, Sozialverhalten, Ernährung und Einrichtung.

Einige der aufgeführten Fische gehören zu den kleinsten bekannten Wirbeltieren überhaupt und werden im Hobby nur äußerst selten gepflegt. Andere haben sich dagegen seit vielen Jahren als geeignete Bewohner kleiner, gut strukturierter Aquarien etabliert.

Kategorie A – Regelmäßig im Hobby

Diese Arten würde ich wirklich empfehlen.

Art

Endgröße

Bemerkung

Boraras brigittae

18–22 mm

Klassiker

Boraras merah

18–20 mm

hervorragend

Boraras maculatus

bis 25 mm

seit Jahrzehnten bewährt

Boraras urophthalmoides

bis 25 mm

unterschätzt

Horadandia atukorali

ca. 25 mm

leider selten

Sundadanio axelrodi

ca. 20 mm

Schwarzwasser-Spezialist


Kategorie B – Spezialisten

Hier wird es spannend.

Art

Endgröße

Bemerkung

Danionella translucida

ca. 20–22 mm

fantastische Art

Danionella dracula

ca. 18 mm

außergewöhnlich

Danionella priapus

ca. 18–20 mm

heute gelegentlich erhältlich

Danionella cerebrum

ca. 18 mm

wissenschaftlich noch jung

Gerade Danionella priapus würde ich ergänzen. Diese Art wurde erst nach deinem ursprünglichen Artikel beschrieben und passt hervorragend in das Thema.


Kategorie C – Die kleinsten der Welt

Hier geht es mehr um Vollständigkeit.

  • Paedocypris progenetica

  • Paedocypris carbunculus

  • Paedocypris micromegethes (die würde ich ergänzen; sie fehlte in deiner alten Liste)

  • Pandaka pygmaea

Welche Arten haben sich bewährt?

Nicht jede kleine Fischart eignet sich automatisch für ein Nanoaquarium. Manche benötigen ausgesprochen saures Schwarzwasser, andere reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen oder stellen hohe Ansprüche an das Futter.

Aus heutiger Sicht haben sich insbesondere die Arten der Gattung Boraras bewährt. Sie sind friedlich, zeigen ein ausgeprägtes Schwarmverhalten und fühlen sich in dicht bepflanzten Aquarien mit ruhigen Wasserzonen besonders wohl. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichend große Gruppe von mindestens zehn bis fünfzehn Tieren.

Ebenfalls interessant sind Horadandia atukorali, die leider bis heute eher selten importiert werden, sowie die faszinierenden Arten der Gattung Danionella. Letztere beeindrucken durch ihre nahezu transparenten Körper und ihr außergewöhnliches Verhalten, gehören jedoch eher in die Hände erfahrener Aquarianer.

Wissenschaftliche Raritäten

Arten wie Paedocypris progenetica, Paedocypris carbunculus oder Pandaka pygmaea werden häufig erwähnt, wenn von den kleinsten Fischen der Welt die Rede ist. Für die praktische Aquaristik besitzen sie jedoch nur eine geringe Bedeutung.

Ihre Lebensräume stellen teilweise extreme Anforderungen an Wasserchemie und Ernährung. Hinzu kommt, dass einige Arten nur in sehr kleinen Verbreitungsgebieten vorkommen oder aufgrund ihrer Gefährdung kaum exportiert werden. Ihre Erwähnung soll daher in erster Linie die außergewöhnliche Vielfalt kleinster Süßwasserfische verdeutlichen und nicht als konkrete Haltungs- oder Kaufempfehlung verstanden werden.

Worauf heute besonders geachtet werden sollte

Die Größe eines Fisches allein sagt nur wenig über seine Eignung für kleine Aquarien aus. Ebenso entscheidend sind sein Sozialverhalten und seine Ansprüche an den Lebensraum.

Viele Kleinstfische benötigen überraschend große Gruppen, um ihr natürliches Verhalten zu zeigen. Ein Aquarium mit dichter Randbepflanzung, feinfiedrigen Pflanzen, Wurzeln und ruhigen Schwimmzonen bietet häufig bessere Haltungsbedingungen als ein größeres, aber spärlich eingerichtetes Becken.

Auch bei der Ernährung haben sich die Erkenntnisse weiterentwickelt. Viele Arten profitieren von regelmäßigem Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops oder Mikrowürmern. Hochwertiges Staub- und Mikrogranulat ergänzt den Speiseplan sinnvoll, ersetzt jedoch nicht vollständig das natürliche Nahrungsspektrum.

Gerade bei selten gepflegten Arten entscheidet häufig die Qualität der Fütterung über langfristigen Haltungserfolg und Zuchterfolge.

Warum sind Kleinstfische so selten im Handel?

Wer sich intensiver mit Kleinstfischen beschäftigt, stellt schnell fest, dass zwischen der wissenschaftlich bekannten Artenvielfalt und dem tatsächlichen Angebot im Zoofachhandel eine große Lücke besteht.

Während weltweit zahlreiche Arten beschrieben sind, findet man im Handel meist nur eine Handvoll Vertreter – allen voran verschiedene Boraras-Arten. Viele andere gelangen nur unregelmäßig nach Europa oder verschwinden nach wenigen Importen wieder aus den Preislisten.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Winzige Fische stellen besondere Anforderungen

Bereits der Fang im Herkunftsland ist deutlich aufwendiger als bei größeren Arten. Viele Kleinstfische leben in flachen Waldsümpfen, Torfmooren oder dicht bewachsenen Überschwemmungsflächen. Manche Arten besiedeln extrem saure Schwarzwasserbiotope mit pH-Werten unter 4,5. Solche Lebensräume sind nur schwer zugänglich und oft saisonal überflutet.

Hinzu kommt, dass sich die Tiere aufgrund ihrer geringen Größe wesentlich empfindlicher gegenüber Transportstress verhalten. Schon geringe Temperaturschwankungen oder eine längere Transportdauer können zu hohen Verlusten führen.

Das eigentliche Problem beginnt erst im Handel

Bereits in meinem ursprünglichen Artikel aus dem Jahr 2006 habe ich auf ein Problem hingewiesen, das bis heute vielerorts unterschätzt wird.

Die meisten Verkaufsanlagen im Zoofachhandel wurden für Fische von fünf bis zehn Zentimetern Körperlänge entwickelt. Für Arten, die kaum zwei Zentimeter erreichen, sind sie dagegen oft ungeeignet.

Überlaufkämme, Ansaugschlitze, Filtereinläufe und Pumpensiebe stellen für Kleinstfische ein erhebliches Risiko dar. Immer wieder verschwinden Tiere unbemerkt im Filtersystem oder werden durch die Strömung geschwächt. Selbst wenn sie lebend im Filterbecken ankommen, werden sie dort häufig erst bemerkt, wenn bereits Verluste entstanden sind.

Besonders problematisch ist, dass solche Ausfälle kaum dokumentiert werden. Fehlen nach einigen Tagen mehrere Tiere im Verkaufsbecken, werden sie häufig als normale Transportverluste eingeordnet. Tatsächlich können technische Details der Anlage eine wesentliche Ursache sein.

Technik sollte sich an den Tieren orientieren

Dabei ließen sich viele dieser Probleme bereits durch vergleichsweise einfache konstruktive Änderungen vermeiden.

Feinere Ansauggitter, strömungsoptimierte Überlaufkämme oder speziell für Kleinstfische ausgelegte Filtereinläufe würden das Risiko erheblich reduzieren. Solche Lösungen existieren inzwischen vereinzelt, haben sich jedoch bis heute nicht flächendeckend durchgesetzt.

Aus meiner Sicht sollte eine Verkaufsanlage nicht ausschließlich nach Wartungsaufwand oder Herstellungskosten geplant werden. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Tiergruppen darin langfristig und sicher gepflegt werden können.

Gerade Kleinstfische zeigen, dass moderne Aquaristik nicht allein von neuen Arten oder innovativer Technik lebt, sondern vor allem davon, bestehende Systeme konsequent an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen.

Mehr als nur kleine Fische

Wer Kleinstfische pflegt, entscheidet sich nicht einfach für eine kleinere Ausgabe bekannter Aquarienfische.

Diese Tiere eröffnen einen faszinierenden Einblick in eine Welt, die im Aquarium häufig übersehen wird. Ihr Verhalten ist oft erstaunlich differenziert, ihre Farben entfalten sich erst in ruhigen, naturnah gestalteten Becken, und viele Arten zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das erst in ausreichend großen Gruppen sichtbar wird.

Gerade diese Beobachtungen machen für mich bis heute den besonderen Reiz der Nanoaquaristik aus.

Fazit

Als ich vor über zwanzig Jahren begann, mich mit Nanoaquarien und Kleinstfischen zu beschäftigen, war vieles davon Neuland. Heute sind Nanoaquarien selbstverständlich geworden. Die Faszination für die kleinsten Fische der Welt ist geblieben. Vielleicht hat sich gerade deshalb gezeigt, dass nicht die Größe eines Aquariums über den Erfolg entscheidet, sondern der Respekt vor den Bedürfnissen seiner Bewohner.

Aquariendekoration aus Kunststoff

Aquariendekoration aus Kunststoff – zwischen Gestaltung und Gewohnheit

Aquariendekoration aus Kunststoff ist aus dem Zoofachhandel nicht mehr wegzudenken. Sie ist leicht verfügbar, optisch auffällig und gehört inzwischen fest zum Sortiment vieler Geschäfte.

Die Frage ist jedoch weniger, ob es sie gibt, sondern welche Rolle sie im Hobby Aquaristik spielt.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Erik Maik Arnold von Arnold Design Aquarien. Neben ihm steht sein Design Aquarium Foxtrott - Haus am See. Bepflanzt mit Aquariumpflanzen von Tropica.

 

 

 

 

Zwischen Zusatzverkauf und Gestaltungsidee

Im Alltag des Zoofachhandels ist Dekoration ein klassisches Zusatzgeschäft. Neben Aquarium, Technik und Futter entstehen hier zusätzliche Verkaufschancen – und genau deshalb füllen Kunststoffdekorationen ganze Regale.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Fass mit KrabbeBild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / AmphitheaterDas Sortiment reicht dabei von Amphoren, versunkenen „Schätzen“ und Ruinenlandschaften bis hin zu Fantasieobjekten ohne jeden biologischen Bezug.

Für Einsteiger wirkt diese Vielfalt oft attraktiv, weil sie sofort sichtbare Ergebnisse verspricht. Ein Aquarium lässt sich damit in wenigen Minuten „fertig einrichten“.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Frage:

Soll ein Aquarium eine Szene dekorieren – oder ein Lebensraum sein?

Zwei unterschiedliche Ansätze

Aquaristik kann zwei sehr unterschiedliche Wege gehen:

Einerseits die dekorative Gestaltung, bei der ein Aquarium als Unterwasser-Diorama verstanden wird. Hier stehen Optik und Effekt im Vordergrund.

Andererseits die naturnahe Aquaristik, die sich an echten Lebensräumen orientiert und versucht, biologische Zusammenhänge abzubilden.

Kunststoffdekoration findet sich fast ausschließlich im ersten Ansatz wieder. Sie ist ein gestalterisches Element, aber kein biologisches.

Beides kann nebeneinander existieren – es erfüllt jedoch unterschiedliche Ziele.

Die Rolle des Fachhandels

Entscheidend ist weniger das Produkt selbst, sondern die Art, wie es vermittelt wird.

Der Zoofachhandel hat die Möglichkeit, Kunden nicht nur zu versorgen, sondern zu begleiten:

  • durch Beispielaquarien

  • durch unterschiedliche Gestaltungsstufen

  • durch verständliche Erklärungen zu Pflanzen, Licht und Wasserwerten

  • durch realistische Erwartungen an Pflege und Entwicklung

Ein gut gestaltetes Schauaquarium vermittelt mehr als jedes Verpackungsdesign.

Es zeigt, wie ein Aquarium sich über Wochen und Monate entwickelt – und nicht nur, wie es am ersten Tag aussieht.

Verantwortung und Wirkung

Viele Einsteiger orientieren sich zunächst an dem, was sie im Geschäft oder online sehen.

Wenn dort vor allem dekorative Szenen dominieren, prägt das automatisch das Bild davon, was „ein Aquarium“ ist.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Getuntes 60er Waterhome Set mit naturnaher BepflanzungWenn dagegen natürliche, pflanzenbasierte Aquarien gezeigt werden, verschiebt sich auch das Verständnis des Hobbys.

Es geht also weniger um richtig oder falsch, sondern um die Frage, welches Bild von Aquaristik vermittelt wird.

 

Fazit

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Pharaonen als UnterwasserkulisseBild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Ein Schiffswrack für die AquariengestaltungAquariendekoration aus Kunststoff ist ein fester Bestandteil des Marktes und für bestimmte Konzepte auch ein funktionales Gestaltungsmittel.

Die entscheidende Aufgabe liegt jedoch nicht im Produkt selbst, sondern in der Einordnung.

Aquaristik wird dort besonders interessant, wo sie mehr ist als Dekoration – nämlich ein Versuch, natürliche Zusammenhänge im Kleinen nachzubilden und verständlich zu machen.

Filtermodul aus Edelstahl

Das Filtermodul aus Edelstahl

Die Technik verschwindet. Die Funktion bleibt.

Die Entwicklung meiner Aquarien war von Anfang an von einem Gedanken geprägt: Technik sollte nicht dominieren, sondern sich selbstverständlich in das Gesamtbild einfügen. Ein Aquarium ist Lebensraum und Designobjekt zugleich. Jedes Bauteil muss deshalb sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugen.

Aus dieser Überzeugung entstand die Idee eines vollständig aus Edelstahl gefertigten Filtermoduls.

Bild: Arnold Design Aquarien / Filtermodul aus Edelstahl / Geschliffenes Edelstahlblech (Korn 180)

Der Anfang einer Idee

Die ersten Überlegungen reichen viele Jahre zurück. Es fehlte jedoch nicht an Motivation, sondern an den Möglichkeiten, ein solches Bauteil in der gewünschten Qualität herzustellen.

Im August 2017 ergab sich schließlich die Gelegenheit, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Ein gebrauchtes Würfelaquarium wurde zum Prototypen eines Filtersystems, das sich dauerhaft und harmonisch in das Aquarium integriert.

Nicht ein weiterer Filter sollte entstehen, sondern eine konstruktive Lösung, die den technischen und gestalterischen Anspruch meiner Aquarien konsequent weiterführt.

Warum Edelstahl?

Materialien bestimmen nicht nur die Optik, sondern auch die Lebensdauer eines Produkts.

Edelstahl erfüllt Anforderungen, die kaum ein anderer Werkstoff in dieser Form vereint. Er ist korrosionsbeständig, hygienisch, formstabil und sowohl für Süß- als auch für Meerwasseraquarien geeignet. Gleichzeitig besitzt er eine zeitlose Ästhetik, die hervorragend mit Glas harmoniert.

Alle Bauteile wurden lasergeschnitten und anschließend präzise weiterverarbeitet. Diese Fertigung ermöglicht eine Genauigkeit, die mit herkömmlichen Verfahren nur schwer zu erreichen ist. Das Ergebnis sind exakte Passungen, klare Linien und eine Verarbeitung, die dem Anspruch eines Designobjekts gerecht wird.

Handwerk als Voraussetzung

Ein solches Projekt lässt sich nicht allein am Schreibtisch entwickeln.

Erst meine praktische Arbeit im Metallbau eröffnete den Zugang zu den notwendigen Werkstoffen, Maschinen und Fertigungstechniken. Das Verständnis für Material, Konstruktion und Verarbeitung floss unmittelbar in die Entwicklung des Filtermoduls ein.

Viele konstruktive Details entstehen nicht durch Berechnungen allein, sondern durch Erfahrung im täglichen Umgang mit dem Werkstoff.

Warum ein integriertes Filtersystem?

Ein integriertes Filtermodul verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Innen- oder Außenfilter.

Es wird zum festen Bestandteil des Aquariums und bildet mit dem Becken eine funktionale Einheit. Schläuche, außenliegende Filterbehälter und zusätzliche Technik entfallen vollständig. Dadurch entsteht eine ruhige, aufgeräumte Gestaltung, während gleichzeitig ein großzügiges Filtervolumen zur Verfügung steht.

Weniger Einzelteile bedeuten weniger Fehlerquellen. Die Wartung wird einfacher, die Betriebssicherheit steigt und die Technik tritt optisch in den Hintergrund. Genau dort gehört sie hin.

Für mich ist ein integriertes Filtersystem deshalb nicht nur eine technische Lösung. Es ist die konsequente Verbindung von Funktion, Material und Gestaltung – entwickelt für Aquarien, bei denen nichts dem Zufall überlassen wird.

Fazit

Das Filtermodul aus Edelstahl ist das Ergebnis einer Idee, die über viele Jahre gereift ist und erst durch die richtigen handwerklichen Möglichkeiten umgesetzt werden konnte. Es verbindet hochwertige Materialien mit präziser Fertigung und einer klaren gestalterischen Linie.

Dabei stand nie das Ziel im Vordergrund, einen weiteren Aquarienfilter zu entwickeln. Entscheidend war vielmehr, eine Lösung zu schaffen, die dauerhaft funktioniert, sich harmonisch in das Aquarium integriert und den hohen Ansprüchen an Qualität, Langlebigkeit und Design gerecht wird.

Für mich ist ein Aquarium mehr als ein Glasbehälter mit Technik. Es ist ein sorgfältig gestalteter Lebensraum, in dem jedes Detail seinen Platz und seine Aufgabe hat. Das Filtermodul aus Edelstahl folgt genau diesem Gedanken – unaufdringlich, funktional und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt.

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Bild: Arnold Design Aquarien / Filtermodul aus Edelstahl / Glasaquarium 60 x 60 x 60 - der Cube für den Filtereinbau
Bild: Arnold Design Aquarien / Filtermodul aus Edelstahl / Glasaquarium 60 x 60 x 60 mit Edelstahlfilterwand
Bild: Glasaquarium 60 x 60 x 60 mit Edelstahlfilterwand und Markierungen für die Kabeldurchführungen
Bild: Blick von Oben in das Filtermodul mit knapp 30 Litern Behältervolumen
Bild: Das wahre Volumen offenbahrt sich
Bild: Glasaquarium mit Lichtkasten in Buche
Bild: Lichtkasten mit Futterluke und eingelassenen Kunststoffgriffen
Bild: Innotec, der Aquarienkleber der keine Zweifel aufkommen läßt
Bild: Eingeklebte Filterabtrennungen
Bild: Innotecrückstände entfernt
Bild: Eingeklebte Filterwand
Bild: Strömungskanäle zum Filteraufbau
Bild: Aufbau des Filters mit Filtermatten
Bild: Pumpenkammer mit eingebetteter Förderpumpe
Bild: Eheim Förderpumpe
Bild: Eheim Förderpumpe in der Pumpenkammer
Bild: Förderpumpe mit Filtermattendeckel
Bild: Filteraufbau mit Filterwatte
Bild: Glasaquarium mit Lichtkastenumrandung und strukturiertem Innenfiltersystem
Bild: Rückansicht auf die Aufteilung der Grundfläche
Bild: Frontansicht auf die Edelstahl Filterwand
Bild: Düsenrohr für die Oberflächenbewegung

Foxtrott Antarktika (2014) – Ein Unikat wechselt den Besitzer

Foxtrott Antarktika das Unikat bleibt in Mecklenburg-Vorpommern

Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) in der Frontperspektive
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) im Nachmodus. Das Aquarium ist für den Nachtmodus mit blauen LED's ausgestattet.

Nachdem ich im Sommer 2014 mit dem Nano-Aquarium auf der Interzoo in Nürnberg war, wechselte der Cube im April 2015 den Besitzer. Ein Kunde aus Bad Doberan entschied sich gegen sein altes Lido 120 von Juwel und kaufte das Einzelstück von Foxtrott Antarktika für 800,00 €. Das Becken läuft hervorragend, der Kunde ist begeistert.

Weltpremiere – Michael Heiden – 20.04.2015

Hallo Herr Arnold,
Foxtrott Antarktika erstmals in Betrieb genommen, ich weiß wurde
auch Zeit. Nach langer harter Arbeit....aber sehen Sie selbst.
Ist mir doch ganz gut gelungen oder? Also die Beleuchtung ist der
Hammer, lässt die T5 Röhren ganz schön alt aussehen, echt krass.
Ist ein echt geiles Becken, jetzt muss noch alles schön anwachsen
und dann können die Wirbellosen einziehen. Viel Spaß beim Bilder
angucken.

Mit freundlichen Grüßen

Michi Heiden

Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) in Privatbesitz von Michael Heiden in Bad Doberan. Das Aquarium wurde auf der Interzoo 2014 in Nürnberg mit 1000 Euro bewertet und für 800,00 Euro verkauft. Das Aquarium stammt aus einer kleinen Edelmanufaktur (Arnold Design Aquarien) in Mecklenburg-Vorpommern.
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) kurz nach der Einrichtung. Das Nano-Aquarium ging in privaten Besitz nach Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern).
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) frisch eingerichtet. Stand vom 20.04.2015.
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) mit einer gelungenen Einrichtung.

Foxtrott Antarktika das Unikat – Michael Heiden – 04.05.2015

Anbei paar aktuelle Fotos zum genießen und bestaunen. Läuft alles
bestens wie man sehen kann. Viel Spaß beim gucken, bis die Tage und
frohes Schaffen.

Mit freundlichen Grüßen
Michi Heiden

Bild: Das Nano-Aquarium "Foxtrott Antarktika" (2014) mit Blauen Tigergarnelen und Red Fire Garnelen.
Bild: Nano Cubes "Foxtrott Antarktika" (2014) Bild vom 04.05.2015
Bild: Foxtrott Antarktika (2014). Der Nano Cubes stammt aus einer kleinen Edelmanufaktur in Mecklenburg-Vorpommern. Arnold Design Aquarien produziert seine Aquarien in Güstrow. Alle Aquarien sind reine Sonderanfertigungen, jedes Volumen ein Unikat.
Bild: Foxtrott Antarktika (2014) ein absolutes Meisterwerk, ein Einzelstück, ein Unikat.

Fernsehbeitrag im NDR-Nordmagazin

Gestern am 17.03.2014 war das Fernsehen bei mir zu Hause und hat 3 Stunden gefilmt. Heraus kam ein Kurzfilm von knappen 4 Minuten. Den Link dazu, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin22137.html
Mein Beitrag läuft im zweiten Drittel, hinter dem Beitrag über Fahrgemeinschaften. Sollten Sie die Sendung nicht finden, gehen Sie in der Buttonleiste auf Mediathek, Sendung verpasst, Sendung vom 17.03.2014 um 19:30 Uhr suchen und dann wie gehabt im zweiten Drittel suchen.

Sera Biotop Nano Cube 60

Sera Biotop Nano Cube 60 – Tiefenwirkung wie aus der Natur

Bild: Arnold Design Aquarien / Sera Biotop Nano Cube 60 / Die Bepflanzung von einem 60er Sera Cube. Durch das Anlegen eines künstlichen Weges bekommt das Becken mehr Tiefenwirkung.

Als ich im Sommer 2008 zum ersten Mal den Sera Biotop Nano Cube 60 in den Händen hielt, wusste ich sofort: Dieses Becken soll mehr als nur dekorativ sein – ich wollte eine echte Illusion von Tiefe schaffen. Mein Ziel war eine klare räumliche Trennung von hellem Sand und dunklem Kies, die das Aquarium lebendig und räumlich wirken lässt – ganz anders als die üblichen, nahtlosen Übergänge in vielen Nano-Becken.

Der Weg als Herzstück der Tiefenillusion

Bild: Arnold Design Aquarien / Die gelungene Inneneinrichtung von einem Sera Biotop Nano Cube 60, der noch etwas modifiziert wurde. Es wurde ein künstlicher Weg angelegt, um weißen Sand von dunklem Kies zu trennen.Für die Gestaltung des Weges wählte ich biegsamen Kunststoff. Wichtig war, dass der Verlauf nicht steril gerade wirkt, sondern sanfte Dynamik zeigt. Mit einer einfachen Schnur ließ sich der spätere Verlauf simulieren und die richtige Länge bestimmen.

Die Höhe legte ich auf 6 cm fest – ideal für ein Nano-Becken. Ein Cuttermesser genügte zum Zuschneiden, anschließend fixierte ich den Weg mit dem Innotec-Kleber am Boden. Nach 24 Stunden Aushärtung konnte ich die Oberkante verfeinern: kleine Lavastückchen dienten als dekorative „Reiter“ entlang des Weges und wurden ebenfalls mit Innotec befestigt. Nach weiteren 24 Stunden war der Weg fertig und bereit für die Bepflanzung.

Bepflanzung mit Struktur und Kontrast

Die Pflanzenauswahl orientierte sich an Lichtverhältnissen, Proportionen und Farbkontrasten. Rote Pflanzen setzen Akzente, grüne Strukturen schaffen Ruhe.

  • Vordergrund: Eleocharis parvula auf hellem Sand

  • Mittelgrund rechts: Pogostemon helferi

  • Hintergrund rechts: Heteranthera zosterifolia

  • Mittelgrund links: Hemianthus micranthemoides, leicht dahinter Rotala rotundifolia

  • Hintergrund links: Limnophila sessiliflora

Alle Pflanzen stammen von Tropica Aquarium Plants A/S aus Dänemark.

Einfahrphase und Pflege

Die klassische Einfahrphase begann mit wöchentlichen 30 % Wasserwechseln, wobei das Wasser aus 80 % Osmosewasser und 20 % Leitungswasser bestand. So erreichte ich eine Karbonathärte von 2 °dH. Bereits in der ersten Woche startete ich vorsichtig mit der Düngung.

Bild: Arnold Design Aquarien / Seitenansicht von einem 60er Sera Cube. Deutlich zu sehen die räumliche Trennung durch einen künstlich angelegten Weg. Hier gibt es kein Vermischen von Sand und Kies.Bereits nach vier Wochen fand sich ein Käufer, der das Aquarium spontan übernahm. Gerade die klare räumliche Trennung von Sand und Kies sowie die ungewöhnliche Tiefenwirkung sorgten immer wieder für positive Reaktionen. Das bestätigte mich darin, dass sich mit einfachen gestalterischen Mitteln auch in einem 60-Liter-Nanoaquarium eine erstaunliche Raumwirkung erzielen lässt.

Fazit

Ein Aquarium ist nicht nur ein Behälter für Wasser und Pflanzen ist, sondern ein dreidimensionales Bild, das nach gestalterischen Prinzipien aufgebaut wird.

 

Negativtuning 5.0 – Arbeiten mit dem, was übrig bleibt.

Negativtuning – Tetra AquaArt-Aquarium 20 Liter

Geschichte wäre nicht Geschichte, wenn es nicht eine Fortsetzung gäbe. Negativtuning ist keineswegs eine abwertende Bemerkung, eher als konstruktiver Vorschlag zu sehen. Eine Zeitlang habe ich die Denkweise vertreten, ein Tetra AquaArt-Aquarium überhaupt nicht anzufassen, geschweige denn zu tunen. Doch je länger ich darüber nachdachte, umso mehr wuchs ein Plan in meinem Kopf. Ein Plan, dieses Aquarium leistungsstärker zu machen. Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion beginnen, warum ein Industriebecken nicht ausgereift ist. Sie endet in der Preispolitik – ich verändere die Dinge einfach. Schaut sich der aufmerksame Betrachter das Aquarium im Ganzen etwas genauer an, das heißt, die Summe seiner Teile, stellt er sehr schnell fest, dass hier genug kreativer Tuningspielraum vorhanden ist. Die Fakten: Das Leuchtmittel kann nur begrenzt das Innere effektiv ausleuchten. Genauer gesagt, im linken und rechten Teil der Grundfläche gibt es Dunkelzonen. Warum? Die Kompaktleuchtstoffröhre ist zu knapp bemessen. Einen Teil der Abdeckung nehmen bereits der Sockel des Leuchtmittels und die Unterbringung des Vorschaltgerätes in Anspruch. Nun hat so eine Lampe zwar einen gewissen Abstrahlwinkel an Licht, dieser befriedigt jedoch meine gestiegenen Ansprüche nicht. Des Weiteren genügt der luftbetriebene Innenfilter meinen Ansprüchen nicht – die Zuverlässigkeit und Lautstärke der Membranpumpe erst recht nicht – ich will mehr Filtervolumen, mehr biologische Oberfläche für Bakterien. Oder funktioniert ein Garnelenaquarium anders als ein Fischaquarium? Bestimmt nicht – Stoffwechsel bleibt Stoffwechsel.

Also umbauen, die Kiste!

Diesmal baue ich jedoch nicht zusätzliche Leuchtmittel ein, sondern reduziere nur die Grundfläche. Dadurch ändere ich gleich mehrere Faktoren: Das Licht-Wasser-Verhältnis, bezugnehmend auf die zu bepflanzende, quadratische Grundfläche, wird positiver, das Filtervolumen (vorher war es ein kleiner Schwamm, jetzt sind es 5,03 Liter) wird erhöht. Die umlaufende Wassermenge wird bei dem gesamten Umbau nur unwesentlich geschmälert.

Bild: Negativtuning / Tetra AquaArt-Aquarium 20 Liter mit nachgerüstetem ZweikammerfilterDer Filter selbst, das Herzstück des Aquariums, nimmt ein Drittel der Grundfläche in Anspruch und besteht aus zwei großzügig bemessenen Teilen: Die Ansaugkammer, der größere Teil des Filters, mit Oberflächen- und Bodenabsaugung. Zwei zum U-Profil zugeschnittene Schwämme übernehmen die Vorfilterung, Platz für einen Heizstab ist ebenfalls vorgesehen (ich überlasse ungern etwas dem Zufall).

Bild: Negativtuning / Tetra AquaArt-Aquarium 20 Liter mit nachgerüstetem Zweikammerfilter.Bild: Negativtuning / Die Rückseite eines Hamburger Mattenfilters mit eingesetztem Lifter-Mini.Die Pumpenkammer wurde so konzipiert, dass das Wasser zwangsgeführt von unten angesaugt wird, Platz für zusätzliche Filtermedien noch vorhanden ist, die dem Abbau von Nitrat und Phosphat dienen. Die Förderpumpe sitzt kurz unterhalb der Wasseroberfläche, selbstverständlich regelbar, sorgt sie für eine sanfte Oberflächenbewegung. Die weniger aufwändige Variante ist die Hamburger-Matten-Version, wie sie in vielen Zuchtaquarien oder Zuchtanlagen zum Einsatz kommt. Den ursprünglichen Luftheber, der beim Originalbecken dabei ist, kann direkt verwendet werden. Die Matte kann seitlich oder über die gesamte Längsseite angebracht werden. Etwas größer geschnitten, verspannt sie sich selbst.

Die Konkurrenz auf dem Prüfstand

Wenn ich mir im Anschluss noch ein paar Vergleiche erlauben darf – Vergleiche über Mitbewerber, die ebenfalls Nano-Cubes ins Rennen schicken, die allesamt ihre Macken haben. Preise spielen bei dieser Bewertung keine Rolle.

Wave-Box 26 der Firma Amtra

Wenn ich groß bin, werde ich Mitropa-Aschenbecher.“ Ein Vergleich aus der guten alten Ostzeit zu Brillengläsern, mit denen sie die Taiga anzünden konnten, so stark ist deren Vergrößerung. Die seitlich gebogenen Wände des Aquariums verzerren den Blick derartig, dass der Betrachter den Eindruck bekommt, er sei besoffen.

Der Filter ist für Zwergäffchen geschaffen – deren Hände mögen vielleicht in die zu schmal bemessenen Kammern hineinkommen.

Ansaugschlitze sind so groß bemessen, dass kleinere Garnelen unweigerlich mit angesaugt werden – sie aus der Ansaugkammer wieder herauszubekommen, ist ein Kunststück – na ja, Aquarianer sind erfinderisch. Innerhalb des ersten halben Jahres wechselt der Besitzer mindestens einmal das Leuchtmittel und zweimal die Förderpumpe. Nach einem Jahr hat der Besitzer die Schnauze voll und schmeißt das Teil in die Mülltonne – gut, dass es so klein war. Fazit: Das Ding taugt in der Wurzel nichts. Verklebung des Kunststoff-Filtermoduls mangelhaft (der konventionelle Aquariensilikon geht keine dauerhafte Verbindung mit dem Glas ein). Wenn Sie Pech haben, löst sich das gesamte Filtermodul von der Rückwand ab, so wie das vor Jahren bei den Juwel-Innenfiltern passiert ist. Inzwischen hat Juwel das Problem erkannt und verwendet einen vernünftigen Kleber. Amtra ist da etwas schwer- und dickfelliger. Die gekapselte Beleuchtung radiert sich selbst aus, weil die Wärme nicht abgeführt werden kann. Die kleine Förderpumpe in der Pumpenkammer stammt aus einer Billigproduktion, sie gibt zu schnell ihren Geist auf.

Das Dennerle Nano-Aquarium „Das Becken für die kaufkräftigere Klientel“

Suggestion kommt vor Bewunderung! Abgesehen von seinem primitiven oberen Abschluss sind die gebogenen Wände weniger schlimm – sie verzerren den Blick nicht so gravierend. Die Komponenten lassen mit zunehmender Größe (10, 20, 30, 60 Liter) zu wünschen übrig. Das Licht-Wasser-Verhältnis leidet. Oder ist die anvisierte, kaufkräftigere Klientel genauso verblödet wie das kaufbewusste Publikum? Bei diesem Satz sollte sich keiner der User angesprochen fühlen – dieser Satz ist ein Appell an die Industrie, endlich ihre Hausaufgaben zu machen. Nebenbei bemerkt, die Aufsetzlampe entwickelt einen eigenartigen Kapillareffekt, wenn der Wasserstand zu hoch ist und die Strömung der Pumpe das Wasser gegen die Rückwand drückt – dann zieht die aufgeschraubte Halterung das Wasser heraus, ähnlich wie bei unausgereiften Abdeckungen, an deren Außenwänden hässliche Kalknasen entlanglaufen. Der Innenfilter ist eine Prothese – Filtervolumen gleich null. Das Filtervlies im Inneren taugt bestenfalls für die mechanische Filterung. Bei diesem Aquarium muss der Bodengrund den größten Teil der biologischen Filterung leisten. Zwei kleine Wasserwechsel (1/3 Becken) pro Woche sind absoluter Satz, denn die kleineren Volumen reagieren äußerst sensibel auf starke Wasserbelastung. Fazit: Ein Aquarium mit Hindernissen und Aufrüstungsbedarf bei den größeren Volumen.

Das neue Hagen Edge, das Becken des Todes „An der Realität vorbei“

Gasaustausch an der Oberfläche komplett infrage gestellt. Freiheit den Gummiknochen. Bei der Einrichtung dieses Aquariums braucht der Besitzer spezielles Equipment, Gummiknochen, um die rechten Winkel zu passieren, und in meinem Fall starke Nerven – Blechtonne auf, reinwerfen und sicherheitshalber zuschweißen. Die Beleuchtung eine Katastrophe. Mit den neuen LED-Lampen sieht es etwas heller aus – ein begrenztes Pflanzenwachstum ist möglich. Für Garnelen ist dieses Volumen kein dauerhafter Lebensraum. Sobald die Umgebungstemperatur rapide ansteigt, sinkt der Gasaustausch über die Wasseroberfläche – die Garnelen sterben reihenweise.

Fazit: Außen hui – innen pfui. Für die hochgeistigen Formulierungen auf der Verpackung, um das Produkt zu bewerben, bekommt die Firma Hagen einen Nobelpreis! Von einer komplett integrierten Halogenbeleuchtung und einem leistungsstarken Filter ist da die Rede. Zwei Halogenbirnchen und ein Huckepackfilter sind das Auspackerlebnis. Jungs, bleibt auf dem Teppich und hört auf, die Leute zu verscheißern.

Eheim Aqua Style 16/24/35 „Sauber von der Konkurrenz gelernt“!

Erstmal geschaut, was die anderen machen – aus deren Fehler gelernt und ein völlig überarbeitetes Zubehör auf den Markt gebracht. Am Becken gab es nichts zu verbessern! Ich habe das 16er Teil mal getestet und für gut befunden. Die Internodienabstände der Pflanzen (Knotenabstände bei schnellwüchsigen Pflanzen) sind ultrakurz, was auf ein ausgewogenes Licht-Wasser-Verhältnis hinweist. Die Filter-Licht-Kombination ist gut handhabbar und wird vermutlich in vielen anderen Nano-Aquarien zum Einsatz kommen. Zusatzverkäufe schon mal garantiert. 🙂 Die Pflanzen habe ich täglich mit einem Flüssig-CO₂-Dünger gedüngt und einmal die Woche einen 50%igen Wasserwechsel mit 80 % Osmosewasser und 20 % Leitungswasser gemacht. Eisen- und Mineraliendünger dürfen natürlich nicht fehlen und müssen wohldosiert hinzugegeben werden. Einzig und allein die Beleuchtung hielt nicht ihre versprochenen 20.000 Betriebsstunden. Nach einem halben Jahr quittierte die Lampe ihren Dienst. Woran es jetzt wirklich lag, kann ich nicht genau sagen. Ob es jetzt das Vorschaltgerät oder nur die Lampe war, kann nur durch eine gründliche Nachforschung herausgefunden werden. Meistens liegt die Ursache im Totalausfall von LED-Leuchten eher am Netzteil als an der LED. Kondensatoren, die zum Einsatz kommen, um die geregelte Kleinspannung zu glätten, unterliegen einer hohen thermischen Belastung. Sind die Kondensatoren von einer minderen Qualität, altern sie schnell. Demzufolge kann der Ausfall der Stromversorgung nicht der LED angelastet werden. Alles in allem ist das neue Eheim Nano-Set trotzdem empfehlenswert. Fazit: Vorsicht bei den größeren Volumen 24/35 Liter. Hier könnte das Licht-Wasser-Verhältnis grenzwertig werden.

Tetra AquaArt-Aquarium

Zum Schluss die Tetra-Riege „Beim Tausch der Abdeckungen sind wir ganz kulant“, obwohl wir wissen, dass wir Schrott verkaufen. Es geht mit einem leichten Flackern los – die Beleuchtung quittiert langsam ihren Dienst. Zuerst wird das Leuchtmittel getauscht – Umsatz schon mal garantiert – doch halt, die Beleuchtung war es nicht – immer noch dunkel. Starter – Vorschaltgerät? Deckel! Zum Glück haben wir das Teil mit Scharnieren versehen – die Stifte darin lassen sich leicht entfernen und schon kann der gesamte Deckel gewechselt werden – Gelber Sack soll erfüllt sein – Mittwoch kommt die Müllabfuhr. Man spricht dabei von Lochfraß! Ganz übel wird es, wenn der chinesische Freund die Kunststoff-Mischung verändert hat. Dann hält die gekapselte Beleuchtung nicht ihr TÜV-Versprechen. Wasser dringt ein. Die unten abgebildete Abdeckung kam kurz vor Ablauf der Garantie (das sind 2 Jahre) zurück ins Geschäft. Der Kunde monierte zu Recht. Tetra zeigte sich in diesem Fall sehr kooperativ – die Abdeckung wurde getauscht.

Bild: Negativtuning / Kunststoffmischung ist nicht UV-beständigBild: Negativtuning / Kunststoffmischung ist nicht UV-beständig.Bild: Negativtuning / Kunststoffmischung ist nicht UV-beständig.Bild: Negativtuning / Kunststoffmischung ist nicht UV-beständig.

 

 

 

 

Leises Garnelensterben

Eine wichtige Sache möchte ich hier noch hinzufügen, die ich jedoch mit meinen begrenzten Messmethoden nicht nachweisen kann. Eine genaue toxikologische Untersuchung könnte Aufschluss geben. Und zwar betrifft es die neue Generation der Tetra AquaArt-Aquarien mit T-5-Technologie. Ausgerüstet sind diese Aquarien mit einem Reflektor, der für eine höhere Lichtausbeute sorgt. Was nicht zum Schaden sein sollte. Trotzdem ist genau dieser Reflektor vermutlich für ein massenhaftes Sterben von Garnelen verantwortlich! Das Material dieses Reflektors ist derart mangelhaft, dass bereits nach kurzer Zeit das Material zu korrodieren beginnt und mit dem abtropfenden Kondenswasser ins Aquariumwasser gelangt. Nicht so schlimm, denken vielleicht einige Aquarianer – wenn da nicht das leise und qualvolle Sterben der Garnelen wäre, die sich scheibchenweise eine Schwermetallvergiftung zuziehen. Nach Entfernung des Reflektors und mehreren großzügigen Wasserwechseln hörte das Sterben auf. Vielleicht sollte Tetra hier mal etwas nachhaken und die Geschichte untersuchen.

Fazit: Die Bewunderung eines Produktes ist von der Blödheit seiner Käufer abhängig. Das Geschäft mit der Dummheit.

P.S. Ich habe mir diese Dinge hier nicht ausgedacht …

… es sind Beobachtungen und Erfahrungen, die ich mit all diesen Becken gemacht habe, weil ich die Möglichkeit hatte, sie zu testen. In Langzeittests stellten sich die Probleme heraus. Und es waren bestimmt nicht alles Montags-Aquarien. Die Gespräche mit der Industrie waren weniger erfolgreich, die Ausreden immer dieselben (schlechte Charge, wir haben keinerlei schlechte Erfahrungen, Sie sind der Einzige usw.). Am Ende hatte ich den Kanal voll und ging über die Fachzeitschriften, die den ein oder anderen Beitrag von mir veröffentlichten. Ich merkte jedoch, wie voreingenommen und wie bestechlich diese Redaktionen sind. Es geht hier um viel Geld pro Jahr – Werbebudget ist der Magnet, der zählt viel mehr als freie Tatsachenberichte. Ich habe bewusst nicht Meinung geschrieben – Meinungen spiegeln nicht Tatsachen wider. Die Tatsachen im Zoofachhandel sehen eher traurig aus. Der deutsche Zoofachhandel wird als Werkzeug missbraucht. Und über eins müssen Sie sich im Klaren sein, liebe Leser: Sie werden immer der Versuchsidiot der Industrie sein!

Schwerpunkt Aquaristik

„Wir müssen die Begeisterung für das Tier kommunizieren“. Zitat pet 11/2006.

Ich denke nicht, dass die Ursache im falschen Vertrieb von Aquarien und Zubehör liegt. Sicher ist der Verkauf von Komplettsets im Aldi oder Lidl nicht besonders Verkaufs fördernd für die Zoofachhandlungen, die gern dieses Geschäft mitgenommen hätten. Jedoch eins ist klar, der Kunde wird keineswegs die Fachberatung im Discounter suchen, sondern den nächsten Zoofachhandel ansteuern, um dort den Rest für sein billig erstandenes Komplettset zu holen.

Schwerpunkt Aquaristik – Das Zusatzgeschäft

In diesem Fall sollte der Zoofachhandel gut vorbereitet sein und dieses so genannte Zusatzgeschäft mitnehmen. Gerade mit dem Zubehör bzw. mit der Grundausstattung ist doch das meiste Geld verdient. Der Kunde benötigt Nährboden, Kies, Pflanzen, Wurzeln, diverse andere Einrichtungsgegenstände etc. Statt dem Kunden böse zu sein, dass er sein Aquarium woanders gekauft hat, sollte sich der Zoofachhandel lieber darauf  konzentrieren genau diese Kunden an die Hand zu nehmen, damit  von Anfang an eine erfolgreiche Aquaristik ohne Rückschläge garantiert wird.

Aquaristik ohne Rückschläge!

Das kann folgendermaßen geschehen. Sobald der Kunde bei mir im Geschäft ist muss ich mich speziell auf sein Aquarium einstellen. Das heißt, abgesehen von all den Dingen die noch zu einem Aquarium gehören, das ich die Bepflanzung genau auf seine Beleuchtung abstimme. Hierzu sind natürlich entsprechende Kenntnisse seitens des Verkäufers notwendig. Meistens beginnt hier schon das Dilemma.

Wir gehen jetzt einfach mal von einer positiven Situation aus, von einem gut geschulten Verkäufer aus, der sich auch in seiner Freizeit mit dieser Thematik auseinandersetzt, sich weiterbildet, Zusammenhänge in der Wasserchemie erkennt, physikalische Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt und die Biologie nicht aus dem Auge verliert. Genau mit so einem Verkäufer haben wir es jetzt zu tun.

Den Kunden an die Hand nehmen

Im optimalsten Fall nimmt der Verkäufer  den Kunden an die Hand, wählt die Pflanzen für ihn aus, erklärt ihn auch warum keine anderen in Frage kommen, bewahrt ihn somit schon vor ersten Rückschlägen bezüglich vergammelter Pflanzen. Der nächste Schritt ist ein Pflanzplan, so dass der Kunde nachvollziehen kann, wo welche Pflanze gesetzt wird. Kein Standardwerk, immer speziell für den jeweiligen Kunden. Der spätere Fischbesatz sollte im Vorfeld auch geklärt sein.

Nun das Wichtigste von allem, ein Pflegeplan für den Kunden, aus dem hervorgeht, was die nächsten 3 Wochen zu tun ist, bevor die ersten Fische eingesetzt werden. Der Pflegeplan kann ohne weiters ein Standardwerk sein, der bereits als gedruckte DIN A4 Version bereitliegt. Platz für zusätzliche Eintragungen, wie die Beleuchtungsstärke, Röhrenanzahl, Beleuchtungsdauer, Düngezugaben in ml sollten freigelassen werden, weil diese bei jedem Kunden und Aquarium individuell sind. Wasseraufbereiter, Bakterienstarter, Pflanzendünger sollten mit eingetragen sein, so stellt sich im nach hinein nicht mehr die Frage: was nehmen?

Schwerpunkt Aquaristik – Wassertest

Ganz wichtig ist die Geschichte des Wassertest, auch dieser Hinweis gehört in den Pflegeplan. Der Kunde sollte sich die wichtigsten Tests selber kaufen und testen. Aber nicht mit dem klassischen Steifen, sondern mit genaueren Flüssigtests. Unmerklich übernimmt der Kunde so immer mehr die Verantwortung für sein Aquarium. Wir sind immer noch beim Pflegeplan, der so gestaltet ist, dass der Kunde bis zur 5. Woche begleitet wird. Die ersten 3 Wochen sind die Kritischsten. Sie beinhalten die Einfahrphase, erste Algenbildung, Nitritanstieg zu Nitratumwandlung.

Was ist eine seriöse und langfristige Kundenbeziehung?

Keineswegs sollte dem Kunden vorgaukelt werden, er könne bereits nach 24 Stunden Fische einsetzen. Ich halte diese Variante für unseriös und fahrlässig. Es ist mir auch völlig Wurst, dass es Präparate gibt, die ausloben, dass es möglich wäre.

Ich persönlich benutze sie nicht. Ich erkläre lieber dem Kunden, dass es sinnvoller ist, sein Aquarium auf normale Weise einfahren zu lassen. Selbstverständlich dürfen biologische Starter verwendet werden, die die Bakterien unterstützen, aber nicht um die Natur zu manipulieren. Nach 3 Wochen, nachdem auch die Pflanzen etwas festgewurzelt sein sollten, macht man gemeinsam mit dem Kunden noch mal ein Wassertest, um sicher zu stellen, dass gefahrlos die ersten Algenfresser eingesetzt werden können. Der Kunde kommt immer noch zu mir. Warum? Er hat Vertrauen zu mir. Es würde ihm nicht im Traum einfallen, woanders hinzugehen.

Kundenbindung und Vermeidung von Bonbongläsern

Die Geschichte geht weiter: Die ersten Algenfresser 6 Otocinclus schwimmen bereits im Aquarium, dem besagten Billigset. Warum Otocinclus? Weil die nicht so groß werden, wie der klassische Antennenwels und mit zunehmenden Alter faul. Eine Woche Pause, dann können die nächsten Fische eingesetzt werden. Das Aquarium bekommt Stück für Stück Wasserbelastung. Es ist wichtig, dass der Kunde diesen Vorgang begreift. Im Normalfall würde jetzt jeder Kunde dazu übergehen, sein Bonbonglas zu kreieren, drastischer ausgedrückt, von jedem Dorf nen Köter. Theoretisch könnte er das so tun, praktisch jedoch greif ich in das Geschehen ein. Denn hier läuft der Kunde Gefahr, durch Unkenntnis gravierende Fehler zu machen. Ich stell ein paar gezielte Fragen bezüglich der Fischprioritäten, in welche Richtung es gehen soll, finde dabei heraus, welche Fische sind Nummer 1, Nummer 2 usw. Nummer 1 sind zum Beispiel der rote Neonsalmler.

Nun die obligatorische Frage des Kunden „wie viel kann ich davon nehmen oder wie viel sollten es sein, obligatorische Antwort 6 -10. Was sagt der Kunde? „Dann nehm ich mal 6 rote Neon“, damit noch Luft für genügend andere Fische ist, denn er hat in seinem Kopf immer noch das bunte Bonbonglas. Einzelfall? Nein, jahrelange Erfahrung, täglich im Zoofachhandel erlebt. Also was tun? Dem Kunden mal eine völlige neue Aquaristik vorstellen, einen geistigen Film vor seinen Augen  ablaufen lassen, wie das Aquarium mit 20 roten Neon aussieht, in Kombination mit 13 schwarzen Phantomsalmlern, plus ein Pärchen friedliche Schmetterlingsbuntbarsche, so dass am Ende ein gesunde Harmonie entsteht.

Das ist die Aufgabe des Zoofachhandels, den Kunden auf diese Weise zu lenken, ihm zu zeigen, dass es auch anders geht, ihm auch mehrere Varianten aufzuzeigen, so dass er sich nicht festgenagelt sieht, selbst entscheiden kann, aber immer mit hilfreicher Unterstützung. Daran muss unser Zoofachhandel sehr intensiv arbeiten.

Schwerpunkt Aquaristik – Langfristiges Vertrauen aufbauen

Habe ich jetzt den Kunden so weit, dass er mir gänzlich vertraut, kann ich weiter mit ihm arbeiten. Nun zeige ich ihm die Möglichkeiten, wie er sein Aquarium tunen kann, um es leistungsstärker zu machen, denn er hat in der Zwischenzeit mitbekommen, dass es auch andere Pflanzen gibt, die so ganz anders aussehen, die in seinem Aquarium nicht stehen, er aber gerne hätte. Ich zeige ihm jetzt, wie er sein Becken mit Beleuchtung nachrüsten kann, vorher zeige ich ihm ein Aquarium, in dem dies schon serienmäßig eingebaut ist. Der Kunde begreift, er möchte auch so ein Aquarium. Das Budget sagt momentan nein, der Gedanke aber reift.

Bild: Schwerpunkt Aquaristik / Glomat 2 mit 20W Leistung, 2 Arcardia Freshwater und 2 Reflektoren von JuwelNun denn, rüsten wir erstmal sein kleines Aquarium auf. Als Zoofachhändler war und ist dies für mich kontinuierliche Realität. Ich habe in einem Jahr 50 Aquarien aufgerüstet. Die Bausätze (Glomat 1 und 2, elektronische Betriebseinheit für 1 oder 2 Leuchtstoffröhren) der Firma Hagen boten sich dafür wunderbar an. Die ersten Umbauten dauerten ca. 20-30 Minuten, mit der Zeit entwickelte ich dafür eine regelrechte Routine, so dass der Umbau später  nur noch wenige Minuten in Anspruch nahm. Der Umsatz ging natürlich entsprechend nach oben, sowohl in der Kasse, als auch der Ware. Der Bausatz liegt im Verkauf zwischen 25-30 Euro, je nach Ausführung, hinzukommen die Röhren und Reflektoren, so dass am Ende 60-120 Euro zu Buche standen. Den Einbau habe ich bei diesen Größenordnungen gratis gemacht, quasi als Dienstleistung.

Es war eine Freude, den Vorher – Nachher Effekt vorzuführen und dabei den Kunden zu beobachten. Die Investition war schnell vergessen, was folgte waren Resultate. Umgestaltung des Aquariums mit sensibleren Pflanzen und die Bereitschaft für weitere Investitionen, sprich CO 2 Anlage, Futterautomat und all die Sachen, die ein gut sortierter Fachhandel zu bieten hat.

Fazit: Der Kunde muss nur an die Hand genommen werden, ich muss in der Lage sein, meine Begeisterung für dieses wunderbare Hobby auf den Kunden übertragen zu können. Das allerwichtigste jedoch ist: Den Kunden nicht zu verscheißern und mal ruhig das ein oder andere Produkt, von dem ich nicht so überzeugt bin, wegzulassen. Ich denke langfristige, seriöse Geschäfte mit dem Kunden sind auf die Dauer besser, als das unsaubere kurze Geschäft.