Foxtrott Antarktika (2014) – Ein Unikat wechselt den Besitzer

Foxtrott Antarktika das Unikat bleibt in Mecklenburg-Vorpommern

Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) in der Frontperspektive
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) im Nachmodus. Das Aquarium ist für den Nachtmodus mit blauen LED's ausgestattet.

Nachdem ich im Sommer 2014 mit dem Nano-Aquarium auf der Interzoo in Nürnberg war, wechselte der Cube im April 2015 den Besitzer. Ein Kunde aus Bad Doberan entschied sich gegen sein altes Lido 120 von Juwel und kaufte das Einzelstück von Foxtrott Antarktika für 800,00 €. Das Becken läuft hervorragend, der Kunde ist begeistert.

Weltpremiere – Michael Heiden – 20.04.2015

Hallo Herr Arnold,
Foxtrott Antarktika erstmals in Betrieb genommen, ich weiß wurde
auch Zeit. Nach langer harter Arbeit....aber sehen Sie selbst.
Ist mir doch ganz gut gelungen oder? Also die Beleuchtung ist der
Hammer, lässt die T5 Röhren ganz schön alt aussehen, echt krass.
Ist ein echt geiles Becken, jetzt muss noch alles schön anwachsen
und dann können die Wirbellosen einziehen. Viel Spaß beim Bilder
angucken.

Mit freundlichen Grüßen

Michi Heiden

Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) in Privatbesitz von Michael Heiden in Bad Doberan. Das Aquarium wurde auf der Interzoo 2014 in Nürnberg mit 1000 Euro bewertet und für 800,00 Euro verkauft. Das Aquarium stammt aus einer kleinen Edelmanufaktur (Arnold Design Aquarien) in Mecklenburg-Vorpommern.
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) kurz nach der Einrichtung. Das Nano-Aquarium ging in privaten Besitz nach Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern).
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) frisch eingerichtet. Stand vom 20.04.2015.
Bild: Foxtrott Antarktika das Unikat / Foxtrott Antarktika (2014) mit einer gelungenen Einrichtung.

Foxtrott Antarktika das Unikat – Michael Heiden – 04.05.2015

Anbei paar aktuelle Fotos zum genießen und bestaunen. Läuft alles
bestens wie man sehen kann. Viel Spaß beim gucken, bis die Tage und
frohes Schaffen.

Mit freundlichen Grüßen
Michi Heiden

Bild: Das Nano-Aquarium "Foxtrott Antarktika" (2014) mit Blauen Tigergarnelen und Red Fire Garnelen.
Bild: Nano Cubes "Foxtrott Antarktika" (2014) Bild vom 04.05.2015
Bild: Foxtrott Antarktika (2014). Der Nano Cubes stammt aus einer kleinen Edelmanufaktur in Mecklenburg-Vorpommern. Arnold Design Aquarien produziert seine Aquarien in Güstrow. Alle Aquarien sind reine Sonderanfertigungen, jedes Volumen ein Unikat.
Bild: Foxtrott Antarktika (2014) ein absolutes Meisterwerk, ein Einzelstück, ein Unikat.

Interzoo 2014 in Nürnberg

Aktualisiert am 12. Juli 2026 von Asymmetrie

Interzoo 2014 – Als ich mit einem Prototypen nach Nürnberg fuhr

Manche Projekte verschwinden nach ihrer Fertigstellung in Vergessenheit. Andere markieren einen Wendepunkt – unabhängig davon, ob sie jemals in Serie gingen oder nicht. Für mich gehört Foxtrott Antarktika eindeutig zur zweiten Kategorie.

Foxtrott Antarktika entstand nicht aus einer spontanen Idee. Als das Aquarium 2014 fertiggestellt wurde, war es bereits der vierzehnte Prototyp meiner eigenen Aquarienentwicklung. Die Wurzeln dieser Entwicklung reichen bis in das Jahr 2004 zurück.

Damals entstand mein erstes Nanoaquarium auf einer Grundfläche im DIN-A4-Format. Schon dieses frühe Projekt verfolgte zwei Ziele, die meine Arbeiten bis heute prägen: eine möglichst servicefreundliche Konstruktion und die gestalterische Illusion, auf kleinstem Raum die Wirkung einer deutlich größeren Landschaft zu erzeugen.

Inspiriert von den Naturaquarien jener Zeit experimentierte ich bereits damals mit einem Vorläufer des späteren Sandwichmoduls. Viele der Ideen, die zehn Jahre später in Foxtrott Antarktika ihre ausgereifte Form fanden, waren hier bereits angelegt.

Das Aquarium entstand 2014 ursprünglich als Auftragsarbeit. Kurz vor der Fertigstellung wurde der Auftrag jedoch überraschend storniert. Nach vielen Stunden Entwicklungsarbeit stand ich plötzlich mit einem nahezu fertigen Prototypen da, für den es keinen Auftraggeber mehr gab.

Anstatt das Projekt einzulagern, entschied ich mich für einen ungewöhnlichen Schritt: Ich wollte das Aquarium dort präsentieren, wo sich die internationale Aquaristikbranche trifft – auf der Interzoo 2014 in Nürnberg.

Seit Mitte der 1990er Jahre besuche ich die Interzoo regelmäßig – zunächst als Angestellter im Zoofachhandel, später als selbstständiger Zoofachhändler und schließlich als Entwickler individueller Aquariensysteme. Die Messe war für mich immer ein Ort, an dem neue Ideen auf technische Kompetenz und praktische Erfahrung treffen.

Mit diesem Gedanken nahm ich Kontakt zu verschiedenen Herstellern auf. Ein Gesprächstermin bei Juwel Aquarien war schnell vereinbart. Für einen Termin bei Eheim war etwas mehr organisatorischer Aufwand notwendig, letztlich erhielt ich aber auch dort die Gelegenheit, mein Konzept persönlich vorzustellen.

Ein Aquarium mit einem anderen Ansatz

Foxtrott Antarktika war kein klassischer Nano Cube. Ziel war es nicht, lediglich ein kleines Aquarium zu bauen, sondern ein System zu entwickeln, bei dem Gestaltung, Technik und Wartung konsequent voneinander getrennt sind.

Herzstück des Aquariums ist ein vollständig modular aufgebautes Sandwichmodul. Es bildet die komplette technische Einheit des Systems und lässt sich wie eine Schublade aus dem Aquarium herausziehen.

Im Inneren dieses Moduls befindet sich eine separate Aluminium-Technikplatte. Auf ihr sind sämtliche technischen Komponenten montiert – von der LED-Beleuchtung über Kühlkörper, Konstantstromquelle und Netzteil bis hin zu den Lüftern und der kompletten Verkabelung. Ein rückseitiges Lüftungsgitter schützt die Technik und sorgt gleichzeitig für eine wirkungsvolle Luftzirkulation.

Die eigentliche Besonderheit zeigt sich jedoch erst bei der Wartung. Muss die Technik erweitert, umgebaut oder eine Komponente ersetzt werden, wird nicht das Aquarium zerlegt. Stattdessen wird das Sandwichmodul herausgezogen und die Technikplatte anschließend einfach aus ihrer Führung entnommen. Sämtliche Arbeiten können bequem außerhalb des Aquariums erfolgen. Anschließend wird die Technikplatte wieder eingeschoben und das Modul in seine Ausgangsposition zurückgeführt.

Diese konsequente Trennung von Technik und biologischem Lebensraum war bereits 2014 eines der zentralen Entwicklungsziele des Projekts.

Auch das Beleuchtungssystem folgte diesem Gedanken. Zum Einsatz kamen drei Cree XM-L T6 LEDs, die über massive Aluminium-Kühlkörper passiv gekühlt und zusätzlich temperaturabhängig durch hochwertige Lüfter unterstützt wurden. Ergänzt wurde das System durch eine separat schaltbare blaue Nachtbeleuchtung.

Ebenso ungewöhnlich war das Filtersystem. Der integrierte Dreikammerfilter verfügte mit rund 8,6 Litern über ein außergewöhnlich großes Filtervolumen für ein Aquarium dieser Größe und war vollständig in die Konstruktion integriert.

Konstruktion bis ins Detail durchdacht

Die Entwicklung beschränkte sich jedoch nicht allein auf die Technik. Bereits während der Konstruktion spielte die spätere Wartung eine entscheidende Rolle.

Da sich das Sandwichmodul nach hinten aus dem Aquarium herausziehen lässt, wurde auch der erforderliche Bewegungsraum am späteren Aufstellort berücksichtigt. Ein Aquarium sollte nicht nur gut aussehen, sondern auch nach vielen Jahren noch problemlos gewartet werden können.

Für Situationen, in denen der Platz hinter dem Aquarium einmal nicht ausreicht, besitzen meine Aquariensysteme eine weitere konstruktive Besonderheit. Unter dem Glasboden befindet sich eine Styroporunterlage, die bei den meisten Modellen vollständig von umlaufenden Aluminiumprofilen verdeckt wird.

Dadurch lässt sich das komplette Aquarium bei Bedarf vorsichtig auf seiner Unterlage drehen, ohne dass der Glasboden direkt belastet wird. Selbst wenn der Zugang zum Sandwichmodul durch Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände eingeschränkt sein sollte, bleibt die Technik weiterhin erreichbar.

Solche Details fallen auf den ersten Blick kaum auf. Sie entscheiden jedoch darüber, ob ein Aquarium über viele Jahre hinweg einfach zu warten ist oder jede Wartung zur Geduldsprobe wird.

Die Präsentation auf der Interzoo

Mit diesem Prototyp reiste ich schließlich zur Interzoo nach Nürnberg. Mein Ziel war es nicht, ein fertiges Serienprodukt zu verkaufen, sondern das technische Konzept Fachleuten der Branche vorzustellen und ihre Einschätzung zu hören.

Während meines Aufenthalts führte ich mehrere Gespräche mit Herstellern und Entwicklern.

Bei Juwel Aquarien stieß das Konzept auf echtes Interesse. Besonders die modulare Bauweise und die konsequente Trennung von Technik und Aquarienraum wurden aufmerksam betrachtet. Das Gespräch entwickelte sich offen und konstruktiv und bestätigte mich darin, dass der eingeschlagene Entwicklungsweg durchaus Aufmerksamkeit erzeugte.

Das Gespräch mit Eheim verlief dagegen deutlich zurückhaltender. Mein Eindruck war, dass mein Konzept dort nicht zur damaligen Entwicklungsstrategie passte. Die Präsentation verlief sachlich, jedoch ohne größere technische Rückfragen oder erkennbare Begeisterung. Einige Monate später erhielt ich schließlich die Mitteilung, dass sich daraus keine Zusammenarbeit ergeben würde.

Damals empfand ich diese Absage durchaus als Enttäuschung. Mit dem Abstand vieler Jahre sehe ich diese Begegnung jedoch wesentlich gelassener. Unternehmen verfolgen ihre eigenen Entwicklungsziele und wirtschaftlichen Strategien. Nicht jede Idee passt in ein bestehendes Produktprogramm. Das schmälert jedoch nicht den Wert eines eigenständigen Konzepts.

Rückblick

Heute betrachte ich Foxtrott Antarktika nicht mehr als gescheitertes Auftragsprojekt, sondern als einen wichtigen Meilenstein meiner eigenen Entwicklung.

Viele konstruktive Ideen, die erstmals in diesem Aquarium umgesetzt wurden, finden sich auch in späteren Arbeiten wieder. Dazu gehören die konsequente Trennung von Technik und Lebensraum, modulare Baugruppen, servicefreundliche Konstruktionen und die Möglichkeit, technische Komponenten jederzeit ohne großen Aufwand auszutauschen oder weiterzuentwickeln.

Rückblickend war Foxtrott Antarktika weit mehr als ein einzelner Nano Cube. Das Projekt markierte den Beginn einer Konstruktionsphilosophie, die meine späteren Arbeiten nachhaltig prägen sollte: Technik als eigenständiges, modular aufgebautes System zu verstehen – leicht zugänglich, servicefreundlich und konsequent vom Lebensraum der Aquarienbewohner getrennt.

Die Interzoo 2014 war deshalb für mich nicht das Ende eines gescheiterten Projekts, sondern der Beginn einer Entwicklung, deren Ideen mich bis heute begleiten.

Was aus Foxtrott Antarktika wurde

Die Geschichte von Foxtrott Antarktika endete nicht auf der Interzoo.

Nach der Messe blieb das Aquarium zunächst in meinem Besitz. Obwohl das Projekt ursprünglich als Auftragsarbeit begonnen hatte, entwickelte sich der Prototyp zu einem eigenständigen Einzelstück, das schließlich einen privaten Käufer fand.

Im Frühjahr 2015 entschied sich ein Aquarianer aus Bad Doberan, sein bisheriges Aquarium durch Foxtrott Antarktika zu ersetzen. Der Prototyp wechselte für 800 Euro den Besitzer – ein Preis, der für ein individuell gefertigtes Nano-Aquarium zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Auf der Interzoo war das Aquarium zuvor von Fachleuten auf etwa 1.000 Euro geschätzt worden.

Damals galt Takashi Amano mit seinen Naturaquarien und den hochwertigen ADA-Produkten als internationaler Maßstab im Premiumsegment der Aquaristik. Hochpreisige Nano-Aquarien wurden vor allem mit seinem Namen verbunden. Umso mehr freute es mich, dass ein vollständig in Mecklenburg-Vorpommern entwickeltes und gebautes Einzelstück in einer vergleichbaren Preisregion einen Käufer fand.

Noch wichtiger als der Verkauf war jedoch die Rückmeldung aus der Praxis.

Bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme erhielt ich die ersten Fotos des eingerichteten Aquariums. Besonders hervorgehoben wurden die Lichtqualität der LED-Beleuchtung, die einfache Handhabung und der Gesamteindruck des Systems. Für mich war das die schönste Bestätigung, denn ein Prototyp beweist seinen Wert erst dann, wenn er sich im Alltag eines Aquarianers bewährt.

Rückblickend sehe ich Foxtrott Antarktika deshalb nicht nur als technisches Entwicklungsprojekt, sondern als Nachweis dafür, dass sich durchdachte Konstruktionen, handwerkliche Fertigung und eigenständige Ideen auch abseits industrieller Serienproduktion behaupten können.

Das Aquarium blieb ein Unikat. Gerade deshalb nimmt es in meiner persönlichen Entwicklung einen besonderen Platz ein.

Bild: Präsentation auf der Interzoo / Interzooauftritt 2014 in Nürnberg / Nano-Design Aquarium Foxtrott Antarktika (2014) im Nachmodus. Das Aquarium ist für den Nachtmodus mit blauen LED's ausgestattet.Bild: Präsentation auf der Interzoo / Interzooauftritt 2014 in Nürnberg / Nano Cubes Foxtrott Antarktika (2014) in der Frontperspektive

Aquariumtuning

Waterhome – die Schallmauer ist durchbrochen“

Welchen Grund oder welche Rechtfertigung gibt es eigentlich, ein neues oder gebrauchtes 60 cm Aquarium zu tunen?

Die Antwort ist einfach: seine Unvollkommenheit – und der gestiegene Anspruch seines Besitzers. Ein Aquarianer, der nicht frustriert das Handtuch geworfen hat, sondern seine Erfahrungen gesammelt hat, orientiert sich irgendwann an einem höheren technischen Niveau. Er möchte Eigenschaften größerer oder besser ausgestatteter Aquarien auf das eigene Becken übertragen.

Das Problem: Solche Lösungen sind im deutschen Zoofachhandel häufig nicht als Komplettsystem erhältlich. Also bleibt nur eines – improvisieren. Oder, wie ich es nenne: tunen.

Eines vorweg: Aquariumtuning erfordert zwei Dinge – Idealismus und Geld. Idealismus, damit einem unterwegs nicht die Motivation ausgeht. Geld, um die notwendigen Komponenten zu beschaffen.

Doch was lässt sich an einem Aquarium überhaupt verbessern?

Im Wesentlichen sind es zwei Bereiche: die Filterung und die Beleuchtung.

Der serienmäßige Innenfilter erfüllt zwar grundsätzlich seinen Zweck, mehr allerdings auch nicht. Deshalb empfiehlt der Fachhandel häufig den Umstieg auf einen Außenfilter. Das Argument ist nachvollziehbar: mehr Filtervolumen bedeutet in der Regel eine höhere biologische Leistungsfähigkeit.

Für das hier verwendete Aquarium wird beispielsweise ein Außenfilter mit rund 2,3 Litern Filtervolumen empfohlen. Er ist sogar leicht überdimensioniert, was grundsätzlich kein Nachteil ist. Die Förderleistung lässt sich über den Absperrhahn auf der Druckseite problemlos anpassen.

9 Liter Filtervolumen

Doch warum überhaupt einen Außenfilter verwenden?

Warum nicht den Filter direkt in das Aquarium integrieren?

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / Seitenansicht auf den Dreikammerfilter in einem getuntem 60er Waterhome SetGenau diesen Weg bin ich gegangen. Das Ergebnis sind rund 9 Liter Filtervolumen, in denen gleichzeitig Heizstab und Förderpumpe vollständig verschwinden. Die gesamte Technik befindet sich unsichtbar im Aquarium. Das wirkt nicht nur aufgeräumter, sondern erhöht auch die Betriebssicherheit, da keine außenliegenden Schläuche oder Verbindungen erforderlich sind.

 

Für den Filter wurden lediglich zehn Zentimeter der Beckenlänge geopfert. Das Wasservolumen reduziert sich dadurch nur geringfügig, während eine großzügige Pflanzfläche erhalten bleibt.

Ein zweiter Vorteil zeigt sich beim Blick auf den Lichtkasten.

Die serienmäßige Beleuchtung beginnt erst deutlich innerhalb der Außenkanten der Abdeckung. Links und rechts bleiben jeweils rund zehn Zentimeter nahezu unbeleuchtet. Es entstehen die bekannten Dunkelzonen, in denen viele Pflanzen nur unzureichend wachsen.

Der Grund liegt in den standardisierten Leuchtbalken. Die meisten Lichtkästen sind ausschließlich für eine bestimmte Lampengröße ausgelegt.

Ich sage bewusst „ausgelegt“, denn genau hier beginnt das eigentliche Tuning.

Mit wenigen konstruktiven Änderungen lässt sich die Beleuchtung erheblich verbessern und eines der größten Probleme vieler Komplettaquarien beseitigen.

Moderne Wasserpflanzen stellen heute deutlich höhere Ansprüche an die Lichtmenge als noch vor einigen Jahren. Eine ein- oder zweiflammige Standardabdeckung mit einfachen Leuchtstoffröhren reicht dafür oft nicht mehr aus.

Auch das schönste Produktfoto auf der Verpackung ersetzt keine ausreichende Lichtleistung. Es weckt Erwartungen, die viele Komplettsets im praktischen Betrieb nicht erfüllen können.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / Es geht auch ohne Industrie. Die erste modifizierte Waterhome-Abdeckung mit 4 x 15 Watt.In unserem Fall handelt es sich um ein Waterhome-Aquarium. Deshalb wird die Beleuchtung konsequent auf vier Leuchtstoffröhren erweitert.

Natürlich freut sich darüber auch der Fachhandel. Zusätzliche Leuchtbalken, Röhren und Reflektoren sorgen schließlich ebenfalls für Umsatz. Da leuchten nicht nur die Lampen, sondern auch die Augen aller Beteiligten.

Die Sonne geht auf

Mit 4 × 15 Watt verändert sich das Aquarium grundlegend.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariumtuning / 60er Waterhome Set im bepflanzten Zustand.Die Lichtleistung steigt auf ein Niveau, das anspruchsvolle Wasserpflanzen erst richtig zur Geltung bringt. Aus einem gewöhnlichen Gebrauchtbecken wird wieder ein leistungsfähiges Pflanzenaquarium.

Für viele Aquarien bedeutet ein solcher Umbau die Rettung vor dem Keller oder dem Wertstoffhof.

So macht Aquaristik wieder Spaß und erreicht den Anspruch, den dieses Hobby verdient.

Die serienmäßige Beleuchtung überzeugt mich dagegen nicht. Für anspruchsvolle Bepflanzungen ist sie schlicht zu schwach ausgelegt.

Mein Rat an den Fachhandel lautet deshalb: Beschäftigen Sie sich stärker mit den tatsächlichen Bedürfnissen Ihrer Kunden und bieten Sie durchdachte Nachrüstlösungen an.

Meine Empfehlung an die Industrie fällt deutlich kürzer aus: Wer technische Entwicklungen verschläft, darf sich nicht wundern, wenn andere diese Lücke schließen.

In diesem Sinne – weitermachen.

Die Illusion von Wertarbeit

P.S.

Am 19. November 2012 endete die Geschichte dieses eigentlich wunderschönen Aquariums.

Unbemerkt war das Becken bereits am Vortag ausgelaufen. Die Ursache war eine Silikonnaht an der Rückwand, die sich vollständig gelöst hatte.

Bereits Monate zuvor hatte ich die Frontscheibe nacharbeiten müssen. Einige Wassertropfen auf dem Fußboden waren das erste Warnsignal. Ein langsam aufquellender Unterschrank das zweite.

Also kam Unterwasserkleber zum Einsatz. Das brachte lediglich zwei Tage Ruhe, bevor das Aquarium erneut zu tropfen begann.

Als nächste Maßnahme verklebte ich Aluminiumwinkel an den Außenecken des Beckens. Sie stoppten den Wasseraustritt vollständig und fügten sich optisch überraschend gut ein.

Die hinteren Silikonnähte wirkten weiterhin einwandfrei.

Doch dieser Eindruck war trügerisch.

Kurze Zeit später löste sich die hintere Naht vollständig.

Vier Jahre hatte dieses Industriebecken durchgehalten.

Der Anschaffungspreis betrug 49,99 Euro. Manche werden sagen, für diesen Preis könne man nicht mehr erwarten. Ich sehe das anders. Auch ein günstiges Aquarium sollte viele Jahre zuverlässig dicht bleiben.

Meine Konsequenz aus dieser Erfahrung lautet deshalb: Entweder lässt man solche Konstruktionen konsequent stehen oder man verstärkt sämtliche tragenden Klebenähte bereits vor der ersten Inbetriebnahme.

Eigentlich sollte das jedoch nicht Aufgabe des Käufers sein.

Bemerkenswert ist außerdem, dass auch die 80-cm-Serie desselben Herstellers ähnliche Probleme zeigte. Im Zoofachhandel kamen diese Aquarien regelmäßig als Reklamationen zurück und mussten ausgetauscht werden – teilweise sogar noch innerhalb der Garantiezeit.

Fazit

Ein niedriger Kaufpreis darf keine Rechtfertigung für konstruktive Mängel sein.

Ein Aquarium ist kein Wegwerfprodukt, sondern ein Gebrauchsgegenstand, der über viele Jahre zuverlässig funktionieren sollte.

Qualität zeigt sich nicht im Prospekt und auch nicht auf der Verpackung, sondern im täglichen Betrieb.

Erst dort entscheidet sich, ob der Käufer ein ausgereiftes Produkt erworben hat – oder ob er ungewollt zum Langzeittester der Industrie geworden ist.

Text und Bilder: Erik Maik Arnold

Schwerpunkt Aquaristik

„Wir müssen die Begeisterung für das Tier kommunizieren“. Zitat pet 11/2006.

Ich denke nicht, dass die Ursache im falschen Vertrieb von Aquarien und Zubehör liegt. Sicher ist der Verkauf von Komplettsets im Aldi oder Lidl nicht besonders Verkaufs fördernd für die Zoofachhandlungen, die gern dieses Geschäft mitgenommen hätten. Jedoch eins ist klar, der Kunde wird keineswegs die Fachberatung im Discounter suchen, sondern den nächsten Zoofachhandel ansteuern, um dort den Rest für sein billig erstandenes Komplettset zu holen.

Schwerpunkt Aquaristik – Das Zusatzgeschäft

In diesem Fall sollte der Zoofachhandel gut vorbereitet sein und dieses so genannte Zusatzgeschäft mitnehmen. Gerade mit dem Zubehör bzw. mit der Grundausstattung ist doch das meiste Geld verdient. Der Kunde benötigt Nährboden, Kies, Pflanzen, Wurzeln, diverse andere Einrichtungsgegenstände etc. Statt dem Kunden böse zu sein, dass er sein Aquarium woanders gekauft hat, sollte sich der Zoofachhandel lieber darauf  konzentrieren genau diese Kunden an die Hand zu nehmen, damit  von Anfang an eine erfolgreiche Aquaristik ohne Rückschläge garantiert wird.

Aquaristik ohne Rückschläge!

Das kann folgendermaßen geschehen. Sobald der Kunde bei mir im Geschäft ist muss ich mich speziell auf sein Aquarium einstellen. Das heißt, abgesehen von all den Dingen die noch zu einem Aquarium gehören, das ich die Bepflanzung genau auf seine Beleuchtung abstimme. Hierzu sind natürlich entsprechende Kenntnisse seitens des Verkäufers notwendig. Meistens beginnt hier schon das Dilemma.

Wir gehen jetzt einfach mal von einer positiven Situation aus, von einem gut geschulten Verkäufer aus, der sich auch in seiner Freizeit mit dieser Thematik auseinandersetzt, sich weiterbildet, Zusammenhänge in der Wasserchemie erkennt, physikalische Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt und die Biologie nicht aus dem Auge verliert. Genau mit so einem Verkäufer haben wir es jetzt zu tun.

Den Kunden an die Hand nehmen

Im optimalsten Fall nimmt der Verkäufer  den Kunden an die Hand, wählt die Pflanzen für ihn aus, erklärt ihn auch warum keine anderen in Frage kommen, bewahrt ihn somit schon vor ersten Rückschlägen bezüglich vergammelter Pflanzen. Der nächste Schritt ist ein Pflanzplan, so dass der Kunde nachvollziehen kann, wo welche Pflanze gesetzt wird. Kein Standardwerk, immer speziell für den jeweiligen Kunden. Der spätere Fischbesatz sollte im Vorfeld auch geklärt sein.

Nun das Wichtigste von allem, ein Pflegeplan für den Kunden, aus dem hervorgeht, was die nächsten 3 Wochen zu tun ist, bevor die ersten Fische eingesetzt werden. Der Pflegeplan kann ohne weiters ein Standardwerk sein, der bereits als gedruckte DIN A4 Version bereitliegt. Platz für zusätzliche Eintragungen, wie die Beleuchtungsstärke, Röhrenanzahl, Beleuchtungsdauer, Düngezugaben in ml sollten freigelassen werden, weil diese bei jedem Kunden und Aquarium individuell sind. Wasseraufbereiter, Bakterienstarter, Pflanzendünger sollten mit eingetragen sein, so stellt sich im nach hinein nicht mehr die Frage: was nehmen?

Schwerpunkt Aquaristik – Wassertest

Ganz wichtig ist die Geschichte des Wassertest, auch dieser Hinweis gehört in den Pflegeplan. Der Kunde sollte sich die wichtigsten Tests selber kaufen und testen. Aber nicht mit dem klassischen Steifen, sondern mit genaueren Flüssigtests. Unmerklich übernimmt der Kunde so immer mehr die Verantwortung für sein Aquarium. Wir sind immer noch beim Pflegeplan, der so gestaltet ist, dass der Kunde bis zur 5. Woche begleitet wird. Die ersten 3 Wochen sind die Kritischsten. Sie beinhalten die Einfahrphase, erste Algenbildung, Nitritanstieg zu Nitratumwandlung.

Was ist eine seriöse und langfristige Kundenbeziehung?

Keineswegs sollte dem Kunden vorgaukelt werden, er könne bereits nach 24 Stunden Fische einsetzen. Ich halte diese Variante für unseriös und fahrlässig. Es ist mir auch völlig Wurst, dass es Präparate gibt, die ausloben, dass es möglich wäre.

Ich persönlich benutze sie nicht. Ich erkläre lieber dem Kunden, dass es sinnvoller ist, sein Aquarium auf normale Weise einfahren zu lassen. Selbstverständlich dürfen biologische Starter verwendet werden, die die Bakterien unterstützen, aber nicht um die Natur zu manipulieren. Nach 3 Wochen, nachdem auch die Pflanzen etwas festgewurzelt sein sollten, macht man gemeinsam mit dem Kunden noch mal ein Wassertest, um sicher zu stellen, dass gefahrlos die ersten Algenfresser eingesetzt werden können. Der Kunde kommt immer noch zu mir. Warum? Er hat Vertrauen zu mir. Es würde ihm nicht im Traum einfallen, woanders hinzugehen.

Kundenbindung und Vermeidung von Bonbongläsern

Die Geschichte geht weiter: Die ersten Algenfresser 6 Otocinclus schwimmen bereits im Aquarium, dem besagten Billigset. Warum Otocinclus? Weil die nicht so groß werden, wie der klassische Antennenwels und mit zunehmenden Alter faul. Eine Woche Pause, dann können die nächsten Fische eingesetzt werden. Das Aquarium bekommt Stück für Stück Wasserbelastung. Es ist wichtig, dass der Kunde diesen Vorgang begreift. Im Normalfall würde jetzt jeder Kunde dazu übergehen, sein Bonbonglas zu kreieren, drastischer ausgedrückt, von jedem Dorf nen Köter. Theoretisch könnte er das so tun, praktisch jedoch greif ich in das Geschehen ein. Denn hier läuft der Kunde Gefahr, durch Unkenntnis gravierende Fehler zu machen. Ich stell ein paar gezielte Fragen bezüglich der Fischprioritäten, in welche Richtung es gehen soll, finde dabei heraus, welche Fische sind Nummer 1, Nummer 2 usw. Nummer 1 sind zum Beispiel der rote Neonsalmler.

Nun die obligatorische Frage des Kunden „wie viel kann ich davon nehmen oder wie viel sollten es sein, obligatorische Antwort 6 -10. Was sagt der Kunde? „Dann nehm ich mal 6 rote Neon“, damit noch Luft für genügend andere Fische ist, denn er hat in seinem Kopf immer noch das bunte Bonbonglas. Einzelfall? Nein, jahrelange Erfahrung, täglich im Zoofachhandel erlebt. Also was tun? Dem Kunden mal eine völlige neue Aquaristik vorstellen, einen geistigen Film vor seinen Augen  ablaufen lassen, wie das Aquarium mit 20 roten Neon aussieht, in Kombination mit 13 schwarzen Phantomsalmlern, plus ein Pärchen friedliche Schmetterlingsbuntbarsche, so dass am Ende ein gesunde Harmonie entsteht.

Das ist die Aufgabe des Zoofachhandels, den Kunden auf diese Weise zu lenken, ihm zu zeigen, dass es auch anders geht, ihm auch mehrere Varianten aufzuzeigen, so dass er sich nicht festgenagelt sieht, selbst entscheiden kann, aber immer mit hilfreicher Unterstützung. Daran muss unser Zoofachhandel sehr intensiv arbeiten.

Schwerpunkt Aquaristik – Langfristiges Vertrauen aufbauen

Habe ich jetzt den Kunden so weit, dass er mir gänzlich vertraut, kann ich weiter mit ihm arbeiten. Nun zeige ich ihm die Möglichkeiten, wie er sein Aquarium tunen kann, um es leistungsstärker zu machen, denn er hat in der Zwischenzeit mitbekommen, dass es auch andere Pflanzen gibt, die so ganz anders aussehen, die in seinem Aquarium nicht stehen, er aber gerne hätte. Ich zeige ihm jetzt, wie er sein Becken mit Beleuchtung nachrüsten kann, vorher zeige ich ihm ein Aquarium, in dem dies schon serienmäßig eingebaut ist. Der Kunde begreift, er möchte auch so ein Aquarium. Das Budget sagt momentan nein, der Gedanke aber reift.

Bild: Schwerpunkt Aquaristik / Glomat 2 mit 20W Leistung, 2 Arcardia Freshwater und 2 Reflektoren von JuwelNun denn, rüsten wir erstmal sein kleines Aquarium auf. Als Zoofachhändler war und ist dies für mich kontinuierliche Realität. Ich habe in einem Jahr 50 Aquarien aufgerüstet. Die Bausätze (Glomat 1 und 2, elektronische Betriebseinheit für 1 oder 2 Leuchtstoffröhren) der Firma Hagen boten sich dafür wunderbar an. Die ersten Umbauten dauerten ca. 20-30 Minuten, mit der Zeit entwickelte ich dafür eine regelrechte Routine, so dass der Umbau später  nur noch wenige Minuten in Anspruch nahm. Der Umsatz ging natürlich entsprechend nach oben, sowohl in der Kasse, als auch der Ware. Der Bausatz liegt im Verkauf zwischen 25-30 Euro, je nach Ausführung, hinzukommen die Röhren und Reflektoren, so dass am Ende 60-120 Euro zu Buche standen. Den Einbau habe ich bei diesen Größenordnungen gratis gemacht, quasi als Dienstleistung.

Es war eine Freude, den Vorher – Nachher Effekt vorzuführen und dabei den Kunden zu beobachten. Die Investition war schnell vergessen, was folgte waren Resultate. Umgestaltung des Aquariums mit sensibleren Pflanzen und die Bereitschaft für weitere Investitionen, sprich CO 2 Anlage, Futterautomat und all die Sachen, die ein gut sortierter Fachhandel zu bieten hat.

Fazit: Der Kunde muss nur an die Hand genommen werden, ich muss in der Lage sein, meine Begeisterung für dieses wunderbare Hobby auf den Kunden übertragen zu können. Das allerwichtigste jedoch ist: Den Kunden nicht zu verscheißern und mal ruhig das ein oder andere Produkt, von dem ich nicht so überzeugt bin, wegzulassen. Ich denke langfristige, seriöse Geschäfte mit dem Kunden sind auf die Dauer besser, als das unsaubere kurze Geschäft.

 

Die Magie der kleinen Naturaquarien

„Size does not matter“ sagt man, „auf die Größe kommt es nicht an“.

Design, speziell Aquariendesign und die Skalierung eines Aquariums auf funktionierend minimale Größe ist ein Thema, das mich bereits seit meiner Jugend beschäftigt. Die Verbindung von Kunst und Funktion sowie Technologie und Abenteuer mit dem persönlichen Ausdruck des Gestalters ist der Grund meiner Leidenschaft für das Aquariendesign.

Aquarien beinhalten nicht nur Pflanzen und Fische sondern auch Emotionen. Die Herausforderung für mich als Designer ist, diese Begeisterung beim Betrachter zu wecken, ohne dabei den Zweck des jeweiligen Aquariums aus dem Auge zu verlieren und somit Faszination erlebbar zu machen. Das für Arnold Design Aquarien typische Nebeneinander von Tradition und Moderne trifft ein internationales Lebensgefühl. Es inspiriert Menschen, die beim Interieur ihres Zuhauses eine bewusste Auswahl treffen.

Der Wunsch nach Individualität hat einen prägenden Einfluss auf die gesamte Modellpalette. Bepflanzung und Besatz tritt hier in Symbiose mit einer immer wieder neuen Formensprache. Glas und Metall ergänzen sich und gehören in einen engen Kontext mit dem Design. Arnold Design Aquarien sind wie Sammlerstücke. Sie führen ein Eigenleben und lassen sich dennoch ideal mit Vorhandenem kombinieren. Jedes Aquarium ist mit äußerster Sorgfalt designed und hergestellt. Lassen Sie sich inspirieren von der Magie der kleinen Naturaquarien. Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang: Bei Arnold Design Aquarien bleibt nichts dem Zufall überlassen!

Aquaristik auf der Größe einer DIN A4 Seite

Am Anfang war es die Skalierung eines Aquariums auf  funktionierend minimale Größe und im Stil der Naturaquarien eingerichtet. Aquaristik auf der Größe einer DIN 4 Seite, eine harmlose Bastelei, die bewundert, belächelt und der zum Teil keine Zukunft prophezeit wurde. Doch genau letztere Äußerung war der Anlass, weiterzumachen. Die Interzoo 2006 in Nürnberg bestätigte meine Entscheidung. Nano’s kommen in Mode. Ich hatte also zwei Jahre Vorsprung.

Zum damaligen Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass es einmal so ausufern würde. Die Dinge bekamen plötzlich eine Eigendynamik. Aus einem Prototyp, Namens Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Das Nano Designaquarium "Squaredance volume ONE" (2005) von Arnold Design Aquarien im bepflanzten Zustand. Ist Aquaristik auf der Größe eines Netbooks noch möglich? Ja. Technologie mit tollem Design, Aussehen, Gefühl mit Eleganz, menschlicher Note und sogar Romantik im Produkt. Rationalität und Funktionalität kommen durch die klaren Linien und Formen zum Ausdruck.Squaredance volume ONE (2005) entwickelten sich eine ganze Reihe von neuen Modellen, die jedes für sich gesehen, einen neuen Prototypen darstellen. Ziel ist es jetzt, einige davon zur Serienreife zu bringen und die Markteinführung. Wenn ich jedoch von Serienreife spreche, ist das nicht gleichbedeutend mit Stückzahlen von mehreren Tausend. Eher von mehreren 100. Ich habe nicht vor, der Industrie Konkurrenz  zu machen oder in deren Fußstapfen zu treten, um jemand zu sein, der auch nur Aquarien verkauft bzw. verramscht. Ich möchte, dass meine Aquarien etwas Besonderes sind und bleiben.

Nach dem Erscheinen meines ersten Beitrages rief ich natürlich auch ein paar Leute auf den Plan, die das bereits erkannt haben, die sich dachten, sie könnten auf diesen Zug mit aufspringen – so genannte Trittbrettfahrer, Wiederverkäufer, Forenbetreiber, ja sogar Handelsketten. Ich möchte  betonen, dass es völlig meiner Philosophie widerstrebt, meine Aquarien durch Zweite zu verkaufen. Was ich nicht abstreiten möchte, ist die Tatsache, dass diese Aquarien eine wertvolle Bereicherung des Sortimentes darstellen würden. Das ist aber nicht mein Weg und nicht das Ziel – Regalreihe 6 zu belegen, Ich nehme lieber den direkten Weg. Abgesehen davon, wie will jemand Begeisterung kommunizieren, der noch nicht mal in der Lage ist, sich für seine eigenen Produkte zu begeistern, aufgrund der Fülle von Anbietern.

Was mich gefreut hat, war die Resonanz der Leser, die diesen Beitrag wohlwollend aufgenommen haben und dies per E-Mail zum Ausdruck brachten. Es war nicht eine einzige Negativmail dabei. Viele Leser sprach dieser Artikel aus dem Herzen. Ich möchte mich auf diesem Wege recht herzlich bedanken, für die vielen freundlichen Mails, Wünsche und Mut zum Weitermachen.

Die Weiterentwicklung

Mittlerweile sind seit dem Bau des ersten Aquariums mehr als zweieinhalb Jahre vergangen, wir schreiben jetzt das Jahr 2007 und ich kann inzwischen auf 13 entwickelte Aquarien zurückblicken. Rein rechnerisch sind das alle 2,3 Monate ein Aquarium, was entwickelt und gebaut wird. Ein Ende ist nicht abzusehen, Ideen habe ich  genug und an der Ausführung mangelt es auch nicht. Interessant ist die Feststellung, dass der Anspruch immer höher wird. Ich begnüge mich schon lange nicht mehr damit, nur quadratische oder rechteckige Kästen Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Das bepfanzte Nano Designaquarium "Limbo volume ONE" (2005) aus dem Hause Arnold Design Aquarien. Technologie mit tollem Design, Aussehen, Gefühl mit Eleganz, menschlicher Note und sogar Romantik im Produkt. Rationalität und Funktionalität kommen durch die klaren Linien und Formen zum Ausdruck.zu bauen. Das ist mir zu einfach, nein, es darf ruhig etwas ausgefallener sein.

Limbo volume ONE (2005) war damals ein guter Anfang. Als Nachfolger von Squaredance volume ONE (2005) eine beachtliche Steigerung. Eine Drehung um 180 Grad, wie der Volksmund zu sagen pflegt. In Kürze wird Limbo volume TWO (2005) der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Aquarium wird ein Wasservolumen von 20 Litern haben, der Filter insgesamt 10 Liter, wobei allein die mittlere Kammer Platz für 4,4 Liter Filtermedien bereithält. Beleuchtet wird das Ganze mit 2×14 Watt Arcadia Freshwater.

„Stille ist das Element, indem große Dinge heranreifen“.

Im Oktober letzten Jahres wurde ein Aquarium fertig, das ich speziell für die Region gebaut habe in der ich lebe.Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Ein Blick von vorn auf das Nano Designaquarium "Mecklenburg-Vorpommern" (2006) von Arnold Design Aquarien. Technologie mit tollem Design, Aussehen, Gefühl mit Eleganz, menschlicher Note und sogar Romantik im Produkt. Rationalität und Funktionalität kommen durch die klaren Linien und Formen zum Ausdruck. Mecklenburg Vorpommern (2006) ist ein Aquarium, was allein durch seine Namensgebung und nicht zuletzt durch seine außergewöhnliche Bauform aus der Reihe schlägt. Bei diesem Aquarium stellte ich mir einfach die Frage? Kann man ein Aquarium bauen, das repräsentativ für die Region Mecklenburg-Vorpommern ist, und es dann auch noch so einrichten, das der Betrachter den Eindruck hat er würde die Küstenlandschaft von Juliusruh auf der Insel Rügen sehen, oder einen Blick von Marlow ins Recknitztal werfen? – Man kann!

Bei der Entwicklung dieses Aquariums stellte ich mir die Aufgabe, ein Becken zu gestalten, das hier zu Hause ist. Unverwechselbar müssen die Kürzel „MV“ erkennbar sein, und die Einrichtung der hiesigen Natur entsprechen. Bisher war es so, dass all meine Aquarien schon im Stil der Naturaquarien eingerichtet sind, nur nicht landestypisch. Die größte Herausforderung in der Gestaltung ist dabei die Verbindung von Emotion und Funktion, ein Aquarium mit dem sich der Mecklenburger identifizieren kann.

Kein Zweifel: Mit dem Modell Mecklenburg-Vorpommern wurde dieses ehrgeizige Ziel mehr als erreicht. Nehmen Sie sich ruhig Zeit, um dieses Aquarium auf sich wirken zu lassen. Denn auch wenn schon ein erster Blick auf seine unverwechselbare Linienführung ausreicht, um für spontane Begeisterung zu sorgen, sind es gerade die kleinen Details, die seine Eigenständigkeit ausmachen. Das Aquarienerlebnis beginnt schon beim Betrachten. Zum Beispiel, wenn Ihr Auge auf die gekürzten Seitenwände des „M“ für Mecklenburg zum „V“ für Vorpommern fällt. Wie Flügel nehmen sie sich aus. Sie geben diesem Aquarium einen Hauch von Leichtigkeit, als wolle es davon fliegen. Die unverwechselbare Keilform des Beckens entsteht nicht zuletzt durch das unten verbreiterte „V“, das einerseits mehr Raum für Bepflanzung zulässt, anderseits auch eine ganz pragmatische Funktion erfüllt: Es ist die Standfläche.

Das Serienmodell

Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Das Design Aquarium Foxtrott Denise volume FIVE (2006) vereint Technologie mit tollem Design, Aussehen, Gefühl mit Eleganz, menschlicher Note und sogar Romantik im Produkt. Rationalität und Funktionalität kommen durch die klaren Linien und Formen zum Ausdruck.Ein Modell hat sich von Anfang an bewährt. Es ist Foxtrott. Dieser Aquarientyp vereint all das in sich, was ein gutes langfristig funktionierendes Aquarium ausmacht und steht in 5 verschiedenen Varianten zurzeit zur Verfügung, einschließlich „ Mecklenburg-Vorpommern“. Die ersten beiden „Foxtrott“ waren noch quadratisch, der Filter bei diesen Aquarien gut versteckt hinter einer Trennwand über die gesamte Längsseite. Er teilt die Grundfläche in zwei Bereiche – Zwei Drittel Aquarium, Ein Drittel Filter. Auf die Dauer war mir das aber zu langweilig und festnageln wollte ich mich auch nicht, indem ich nur ganz kleine Aquarien baue. Rechteckige Varianten waren die Folge. Das Besondere an diesen Aquarien ist, dass sich der Filter, gut sichtbar, seitlich angeordnet befindet und so durch sandgestrahltes Glas schemenhaft  Einblick auf das Innere gewährt. Was sich jetzt auch änderte, war die Beleuchtung. Ich konnte auf konventionelle T8 Leuchtstoffröhren umsteigen, die eine wesentlich bessere und gleichmäßigere Ausleuchtung des Beckens garantieren. Mit dem neuen Beleuchtungsmodul war das kein Problem. Aquarien wurden so angepasst, dass die Beleuchtung komplett über die gesamte Länge geht. Nicht umgekehrt – erst Aquarium bauen und dann schauen was für eine Beleuchtung in den Lichtkasten passt. Ist doch schade, wenn der Betreiber feststellt, dass rechts und links von seiner Beleuchtung im Lichtkasten noch jeweils 10cm Platz ist und so im Aquarium ungewollte Dunkelzonen entstehen. Es wundert mich sowieso, dass hier noch niemand reagiert hat. Die Industrie hatte bisher ihre Ausreden – alles sei standardisiert.  Klar, kann man sich auch besser einprägen – die Standardmaße. Dummerweise passen in einen standardisierten 80er Lichtkasten  auch 25 Watt Leuchtstoffröhren, statt der normalen 20 Watt Röhren. Wie? Wenn man sich einer Beleuchtungseinheit, für zwei Leuchtstoffröhren, der Firma Hagen bedient. In besagtem Fall ist es ein 30 Watt Doppelbausatz, mit dem sich ohne weiteres 25 Watt Röhren betreiben lassen. Auf diese Art und Weise lässt sich jedes Aquarium mit zusätzlicher Beleuchtung aufrüsten. Damit dieses Provisorium nicht ungewollt mal im Wasser liegt, muss man einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die mitgelieferten Kunststoffhalterungen, mit denen die Beleuchtung befestigt werden soll, würde ich nicht verwenden, stattdessen gegen Federstahlhalterungen austauschen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Diese so genannten Metallclipse  rosten in kürzester Zeit. Da die Industrie aber nichts Besseres momentan zu bieten hat, ist hier wieder der Aquarianer, oder der „Industriesünden-Korrigierer“ gefragt. Nachbessern ist angesagt. Wie? Die Halterungen mit Nagellack überlackieren – dann halten sie, aber eine Garantie ist das auch nicht. Regelmäßige Kontrolle ist notwendig. Mit derart unzuverlässigen Materialien wollte ich natürlich nicht arbeiten, jedoch um meine Erfahrungen damit zu machen, waren sie ganz hilfreich. So wusste ich wenigstens, wie ich es nicht mache. Lange überlegen musste ich nicht.

Das Tuning

Ein spezielles Profil, mit entsprechenden Bohrungen für die Röhren, erschien mir als die simpelste Lösung. So konnte ich so viele Röhren unterbringen wie ich wollte. Der geringste Abstand zwischen den Röhren beträgt momentan  6cm, von Röhrenmitte zu Röhrenmitte. Allerdings handelt es sich hierbei um ein vierflammiges Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Das klappbare Beleuchtungsmodul von "Squaredance volume TWO" (2006) ist für 4 x 14 Watt T8 Leuchtstoffröhren vorgesehen.Beleuchtungsmodul, eingebaut in Squaredance volume TWO (2006). Angelehnt an eine Aquarienabdeckung von Herrn Amano. Für sein vorgestelltes 60er Becken benutzte er eine Abdeckung mit 4×20 Watt. Wieso gibt es so etwas nicht bei uns? Sind wir Deutschen zu blöd, um zu entwickeln, oder zu geizig um es zu kaufen? Oder zählen bei uns nur Umsatzzahlen. Vielleicht liegt es aber auch an unserem Anspruch. Haben wir etwa keinen Anspruch? Oder liegt es vielleicht daran, dass Insiderprodukte erst wahrgenommen werden müssen. So will ich gern einen Meilenstein punkto Anspruchs setzen, so wie diesen hier.

Zukunftsvision, oder doch Gegenwartsprodukt?

Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Das Nano Designaquarium "Foxtrott House at lake" (2007) ist mit Anstand das kleinste Volumen aus dem Hause Arnold Design Aquarien. Diese Aquarium vereint Technologie mit tollem Design, Aussehen, Gefühl mit Eleganz, menschlicher Note und sogar Romantik im Produkt. Rationalität und Funktionalität kommen durch die klaren Linien und Formen zum Ausdruck.Foxtrott House at the Lake (2007). Inspiration für dieses außergewöhnliche Aquarium war ein Film, der von einem Haus am See handelt, welches auf Stahlsäulen direkt im Wasser steht. Die Basis für dieses Meisterwerk ist das kleinste „Foxtrott“, mit einer zu bepflanzenden Grundfläche von nur 29x15cm und einem Wasservolumen von 14 Litern. Vier Beine an diesem Aquarium sorgen dafür, dass es sich10 cm über dem Boden befindet. Platz genug, um darunter vernünftig Staub zu wischen und leicht genug, um den Standort zu verändern. Im hinteren Teil des Beckens befindet sich der Filter, der knappe 10cm der Tiefe für sich beansprucht und in bewährter Art und Weise als Dreikammer-Version gebaut wurde. Filtervolumen insgesamt ca. 4,6 Liter, wobei die mittlere Kammer das größte Volumen besitzt. In ihr befinden sich auch die Filtermedien. Rechts und links davon befinden sich jeweils die Ansaug- und Pumpenkammer. Das Prinzip ist einfach und hat sich früher schon bewährt. Es wurde nur vergessen, weil immer mehr motorbetriebene Außenfilter in der Aquaristik Einzug hielten. Ich persönlich lehne diese Außenfilter aus mehreren Gründen ab:

  • Punkt 1: das Filtervolumen für die empfohlene Beckengröße ist mir zu gering.
  • Punkt 2: die Pumpenleistung ist zu groß.
  • Punkt 3: ist der Vernachlässigungsfaktor bezüglich der Reinigungsintervalle.
  • Punkt 4: ist der Risikofaktor Dichtungen, Verschlussklammern, Filterkörbe, Absperrhähne, Schlauchkupplungen, und verhärtende Schläuche.

Aquariendesign – Funktion kommt vor Ästhetik!

Kompaktheit lautet meine Devise. Die gesamte Technik im Aquarium verstauen. Bedienbarkeit und Funktion ist Voraussetzung für alle meine Modelle. Oberster Leitsatz – Ein Aquarium muss ein Aquarium bleiben, auch wenn das Modell noch so außergewöhnlich ist, muss es einfach zu handhaben sein und der Betreiber muss jeden Tag sehen können, was in seinem Becken vor sich geht. Sobald das Lichtmodul aus dem Aquarium herausgeklappt wird, ist das gesamte Innere, einschließlich Filter sichtbar. Der Betreiber kann also nicht sagen, er hätte den verschmutzten Filter nicht gesehen. Wobei verschmutzt schon übertrieben ist. Verschmutzt ist maximal die Filterwatte im oberen Bereich, die darunter liegenden Medien bleiben, bei regelmäßigem Wechsel der Filterwatte, lange Zeit sauber und verschont von Grobschmutz. Der Filter kann sich also getrost auf die biologische Filterung konzentrieren.

Gute Überlebenschancen für Jungfische

Vielleicht noch eine Anmerkung zur Funktion der verschieden Kammern. Wie ich schon erwähnte besitzt der Filter drei Kammern. In der ersten Kammer wird das Wasser über großzügige Ansaugschlitze angesaugt und erwärmt, bevor es per Überlaufprinzip in die mittlere Kammer geht. Interessant ist die Beobachtung: sollten versehentlich doch einmal Jungfische in die Ansaugkammer geraten, sind diese nicht zum Tode verurteilt. Nein, im Gegenteil, sie haben gute Überlebenschancen, sie werden gut gewärmt und können in dieser Kammer verbleiben. Futter kommt durch die Ansaugschlitze, bei Bedarf kann man sogar zusätzlich füttern. Sind die Tiere groß genug, fängt man sie einfach heraus. Die Kammer ist so geräumig, dass sogar ein kleiner Kescher hinein passt. Geplant wurden die Kammern so, dass eine Hand bequem Platz findet. Die zweite Kammer wird so mit Filtermedien bestückt, dass im oberen Bereich die mechanische Filterung beginnt und darunter unmittelbar die Biologische beginnt. Filterschwämme sind so bemessen, dass ihre Materialstärke 5cm nicht übersteigt. Zwischen den Schwämmen befindet sich genügend Platz für hochporöses Filtergestein. In der dritten Kammer befindet sich die Förderpumpe. Bei Bedarf lassen sich die beiden äußeren Kammern mit zusätzlichen Medien bestücken, wenn man über Kohle oder Torf filtern möchte. Die mittlere Kammer der meisten meiner Aquarien, hat Minimum das Volumen eines Eheim 2222, also ca. 2,3 Liter und maximal 6 Liter. Alle drei Kammern zusammen zwischen 5-16 Liter. Die Frage, warum ich keine Außenfilter benutze, erübrigt sich also.

Beleuchtung der Superlative

Da ist immer noch diese Abdeckung von Herrn Amano für ein 60er Aquarium mit 4×20 Watt, die in meinem Kopf herum geistert. Diese 80 Wattmarke galt es zu knacken. Das ist ein Lichtfaktor von 1,23 Watt auf einen Liter Wasser, ausgehend von einem Aquarium mit den Maßen 60x30x36=64,8 Liter Brutto. Nettowassermenge ca. 50 Liter (Bodengrund ca. 15 kg) sind in die Rechnung mit einbezogen worden. Teilt man nun die Wattzahl durch die Literzahl, sieht die Sache schon anders aus. 1,6 Watt auf einen Liter Wasser. Damit lässt sich gut ein Naturaquarium beleuchten. Ein Anwalt würde jetzt sagen – keine weiteren Fragen. Wie wäre es mit einem Aquarium der Größe 40x40x30=56 Liter Brutto, einer Wassersäule von 23cm, Nettowasservolumen ca.30Liter (Bodengrund ca. 10 kg) sind mit berechnet worden, einer Beleuchtung mit 4×14 Watt=56 Watt. Wattzahl durch Literzahl ergibt einen Faktor von 1,86 Watt pro Liter Wasser. Das Aquarium ist schon gebaut und heißt „Squaredance Volumen 2“. Das ist aber noch nicht alles. Der absolute Oberhammer ist der Filter, der direkt in der Mitte des Volumens steht. Er ist rund und aus durchsichtigem Glas. Ein sehr gewagtes Filterdesign, aber die Zukunft wird zeigen ob der Filter Anklang findet.

Die Magie der kleinen Naturaquarien – Die Nebel von Avalon

Bild: Aquariendesign / Die Magie der kleinen Naturaquarien / Foxtrott "Die Nebel von Avalon" volume TWO (2012) mit zu zwei Drittel aufgeschobenem Sandwichmodul.Foxtrott „Die Nebel von Avalon“ volume ONE wird das nächste vierflammige Modell mit 56 Watt werden. Dieses Aquarium befindet sich im Bau, ist zum Teil sandgestrahlt, und die Beleuchtung unter sandgestrahltem Glas schemenhaft erkennbar. Nettowasservolumen ca. 26 Liter. Ich trau mich gar nicht zu schreiben, was das für ein Faktor ist. Am besten Sie tun es liebe Leser. Wattzahl durch die Literzahl bringt das gewünschte Ergebnis. Ist das jetzt der neue Anspruch an die Beleuchtung eines Aquariums, oder bleiben derartige Innovationen  in der Schublade? Dass liebe Leser entscheiden nur Sie selbst. Abschließend möchte ich noch etwas ankündigen und zwar eine absolute Innovation, eine von mir angestrebte Lichteinbautiefe von nur 30mm inklusive Glasstärke. Die flachste Hängeleuchte am Markt ist 35mm hoch.  In diesem Sinne verabschiede ich mich mit dem zweiten Teil

Die Magie der kleinen Naturaquarien

Aquariendekoration aus Kunststoff

Aquariendekoration aus Kunststoff – zwischen Gestaltung und Gewohnheit

Aquariendekoration aus Kunststoff ist aus dem Zoofachhandel nicht mehr wegzudenken. Sie ist leicht verfügbar, optisch auffällig und gehört inzwischen fest zum Sortiment vieler Geschäfte.

Die Frage ist jedoch weniger, ob es sie gibt, sondern welche Rolle sie im Hobby Aquaristik spielt.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Erik Maik Arnold von Arnold Design Aquarien. Neben ihm steht sein Design Aquarium Foxtrott - Haus am See. Bepflanzt mit Aquariumpflanzen von Tropica.

 

 

 

 

Zwischen Zusatzverkauf und Gestaltungsidee

Im Alltag des Zoofachhandels ist Dekoration ein klassisches Zusatzgeschäft. Neben Aquarium, Technik und Futter entstehen hier zusätzliche Verkaufschancen – und genau deshalb füllen Kunststoffdekorationen ganze Regale.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Fass mit KrabbeBild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / AmphitheaterDas Sortiment reicht dabei von Amphoren, versunkenen „Schätzen“ und Ruinenlandschaften bis hin zu Fantasieobjekten ohne jeden biologischen Bezug.

Für Einsteiger wirkt diese Vielfalt oft attraktiv, weil sie sofort sichtbare Ergebnisse verspricht. Ein Aquarium lässt sich damit in wenigen Minuten „fertig einrichten“.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Frage:

Soll ein Aquarium eine Szene dekorieren – oder ein Lebensraum sein?

Zwei unterschiedliche Ansätze

Aquaristik kann zwei sehr unterschiedliche Wege gehen:

Einerseits die dekorative Gestaltung, bei der ein Aquarium als Unterwasser-Diorama verstanden wird. Hier stehen Optik und Effekt im Vordergrund.

Andererseits die naturnahe Aquaristik, die sich an echten Lebensräumen orientiert und versucht, biologische Zusammenhänge abzubilden.

Kunststoffdekoration findet sich fast ausschließlich im ersten Ansatz wieder. Sie ist ein gestalterisches Element, aber kein biologisches.

Beides kann nebeneinander existieren – es erfüllt jedoch unterschiedliche Ziele.

Die Rolle des Fachhandels

Entscheidend ist weniger das Produkt selbst, sondern die Art, wie es vermittelt wird.

Der Zoofachhandel hat die Möglichkeit, Kunden nicht nur zu versorgen, sondern zu begleiten:

  • durch Beispielaquarien

  • durch unterschiedliche Gestaltungsstufen

  • durch verständliche Erklärungen zu Pflanzen, Licht und Wasserwerten

  • durch realistische Erwartungen an Pflege und Entwicklung

Ein gut gestaltetes Schauaquarium vermittelt mehr als jedes Verpackungsdesign.

Es zeigt, wie ein Aquarium sich über Wochen und Monate entwickelt – und nicht nur, wie es am ersten Tag aussieht.

Verantwortung und Wirkung

Viele Einsteiger orientieren sich zunächst an dem, was sie im Geschäft oder online sehen.

Wenn dort vor allem dekorative Szenen dominieren, prägt das automatisch das Bild davon, was „ein Aquarium“ ist.

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Getuntes 60er Waterhome Set mit naturnaher BepflanzungWenn dagegen natürliche, pflanzenbasierte Aquarien gezeigt werden, verschiebt sich auch das Verständnis des Hobbys.

Es geht also weniger um richtig oder falsch, sondern um die Frage, welches Bild von Aquaristik vermittelt wird.

 

Fazit

Bild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Pharaonen als UnterwasserkulisseBild: Arnold Design Aquarien / Aquariendekoration aus Kunststoff / Ein Schiffswrack für die AquariengestaltungAquariendekoration aus Kunststoff ist ein fester Bestandteil des Marktes und für bestimmte Konzepte auch ein funktionales Gestaltungsmittel.

Die entscheidende Aufgabe liegt jedoch nicht im Produkt selbst, sondern in der Einordnung.

Aquaristik wird dort besonders interessant, wo sie mehr ist als Dekoration – nämlich ein Versuch, natürliche Zusammenhänge im Kleinen nachzubilden und verständlich zu machen.

Aquarium Splitter

Danke Tetra, wieder ein Aquarium zum tunen!

Bild: Ein von Arnold Design Aquarien getuntes 60er Tetra AquaArt Aquarium-Set mit Bepflanzung, einer ausreichenden Beleuchtung und einem 3 Kammer Innenfilter.Wenn ich eins von der heutigen Werbung gelernt habe, dann ist es das, dass sie aggressiv sein muss sowie über Emotionen und Suggestion abläuft. Was aber nicht unbedingt heißen muss, dass die Produkte, die es zu bewerben gilt, etwas taugen müssen.

Irgendeine deutsche Autobaufirma forderte seinerzeit einmal die Japaner dazu auf, ein neu auf den Markt gebrachtes Auto nachzubauen. Zitat:“Hallo Japaner, wieder ein Auto für Euch zum nachbauen.“ Das ist frech, drückt aber gleichzeitig den Unmut darüber aus, das ein Unternehmen entwickelt und andere davon profitieren, indem sie nachbauen. Soweit möchte ich gar nicht gehen, im Gegenteil, ich mache mir nur bestimmte Produkte der Industrie zunutze, bei denen die Voraussetzungen für eine professionelle Nutzung nicht gegeben sind.

Professionelle Nutzung nicht möglich

In der Aquaristik betrifft es speziell Aquariumabdeckungen und deren Beleuchtungskapazitäten. Gäbe es hier so eine Institution wie die Stiftung Warentest, würden wohl ausnahmslos alle Hersteller von konventionellen Abdeckungen durchfallen. Im unteren Preissegment, das heißt, den so genannten Einsteigersets, fällt diese besonders gravierend auf.Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Die Bauteile chronologisch geordnet, die zum Aufrüsten des Lichtkastens notwendig sind. Idealismus und ein wenig Geld gehören dazu.Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Ein 60er TetraAquaArt Aquarium mit einer 15 Watt Leuchtstoffröhre, die unglücklicherweise noch gekapselt ist, so dass die Wärme nicht abgeführt werden kann und die Röhre schneller altert.
60er-Sets sind so ein Einstieg in die Aquaristik. Ab ca. 39,- Euro aufwärts sind sie zu haben. Was keiner der Käufer weiß, ist, dass ihr billig erstandenes Set in der Wurzel nichts taugt. Es spielt keine Rolle, ob es eine bestimmte Marke ist oder für ein bestimmtes Unternehmen produziert wurde. So lange der Inhalt, sprich die Röhrenanzahl der Abdeckung, Minimum Eins beträgt, die Höhe des Aquariums unverhältnismäßig zur Beleuchtungsintensität steht, der Filter immer am Limit (Maximum) arbeiten muss, wird der Einstieg in die Aquaristik von Rückschlägen gezeichnet sein!
Es sei denn, der Kunde wird von Anfang an darauf aufmerksam gemacht, indem man ihm Optionen anbietet.

Anbieten von Optionen

Optionen bedeuten jedoch nicht zweiflammige Sets mit drittklassigen Leuchtstoffröhren – aber erstklassigen Fotos auf dem Umkarton. Tauscht man die Röhren gegen hochwertigere aus, wachsen anspruchslose Pflanzen recht gut. Ein Naturaquarium mit üppigem, anspruchsvollem Pflanzenwuchs bleibt trotzdem ein Traum. Also was tun? Aufrüsten heißt die Devise!

Tetra AquaArt-Aquarium

Innovative Technik und prämiertes Design ließen mich beim neuen Tetra AquaArt-Aquarium aufhorchen und das besagte Produkt näher untersuchen. Bei genauer Betrachtung fiel mir auf: Es hatte Schwachstellen. Wie jedes seiner Mitbewerberprodukte erschien mir die Beleuchtung im Verhältnis zur Aquariumhöhe – 35cm – etwas spärlich. Auch das Filtervolumen galt es aufzustocken. Wie? Das möchte ich am Tuning eines Tetra-Aquariums demonstrieren.

Danke Tetra, wieder ein Aquarium zum tunen!

Als erstes werde ich aus der ursprünglich einflammigen Beleuchtung eineBild: Tetra AquaArt-Aquarium / Tetra Beleuchtungskasten getunt mit 2 Akardia Freshwater T8 Leuchtstoffröhren und 2 Juwel Reflektoren dreiflammige machen. Die Konstruktion des Lichtkastens und seiner schwenkbaren Futterluken ist förmlich dafür prädestiniert, wobei deren Funktion weitestgehend erhalten bleiben soll.
Man nehme einen Doppelbausatz der Firma Hagen. Das ist eine elektronische Betriebseinheit für zwei Leuchtstoffröhren á 20W, zwei Reflektoren der Firma Juwel und zwei Leuchtstoffröhren Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Die Bedienbarkeit der Luken ist durch das Anbringen der zusätzliche Leuchstoffröhren nicht eingeschrängt. Für die Aufrüstung wurden Arcardia Freshwater Röhren verwendet. á 15W Arcadia – Freshwater der Firma Arcadia. So haben alle Firmen etwas davon – so richtig multikulturell. Das Ganze wird feinsäuberlich an den besagten Luken verschraubt. Dazu müssen wir leider vier kleine Löcher in die schöne Abdeckung bohren. Die aufgehende Sonne im Inneren wird uns darüber hinwegtrösten.

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich

Der Originalfilter vom  Tetra AquaArt-Aquarium erschien mir etwas zu schmalbrüstig. Bild: Das getunte 60er Starterset mit dem geöffnetem Lichtkasten und dem von Arnold Design Aquarien neu installiertem 3Kammer InnenfilterMit seinem Filtervolumen von circa – lassen wir es 1 Liter sein – wollte ich mich nicht zufrieden geben. 9 Liter Brutto erschienen mir dagegen schon angemessener. Effizient nutzbar und mit Filtermedien bestückt sind es 3,85 Liter. Das würde ausreichen, um ein 200 Liter-Aquarium zu filtern. Wir dagegen haben ein 60er Tetra AquaArt-Aquarium. Da kann auf jeden Fall nichts schief gehen. Zu Demonstrationszwecken werde ich den Filter transparent lassen. So kann man wunderbar die Technik (Heizstab und Förderpumpe) und den Aufbau des Filters sehen. Aquaristik ohne Geheimnisse – vielleicht sogar der Grundstein für Nachfolgendes.

Die anderen kochen auch nur mit Wasser

Falls Sie bisher gedacht haben, ich wolle nur Tetra vorführen, so stimmt das nicht ganz. Alle anderen Hersteller von Komplettsets können sich ebenfalls angesprochen fühlen. Nahezu alle 60er Sets lassen sich tunen. Das Argument, ein größeres Set zu nehmen, in dem von Haus aus schon eine zweiflammige Beleuchtung vorhanden ist, würde nur eine Multiplikation des Kleinen bedeuten. Der ungünstige Lichtfaktor bleibt derselbe. Bleibt nur noch die Argumentation mit Hilfe des Preises: „Was haben Sie für wenig Geld erwartet? Doch nicht etwa ein erstklassiges Produkt?“ „Eigentlich schon!“ Das Bild auf der Verpackung sah so gut aus – ein richtig schön bepflanztes Aquarium!

„Träumen Sie weiter“

Das Bild auf dem Karton stammt von einem frisch Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Rückansicht bzw. Seitenansicht von einem nachträglich eingebauten Dreikammerfilter.eingerichtetem Tetra AquaArt-Aquarium, das zu Fotozwecken zusätzlich angestrahlt wurde. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, ein hochwertiges Produkt für wenig Geld zu verkaufen. Ich denke, das versteht jeder. Jedoch gibt es noch ein Gesetz – das der Moral, das nur allzu schnell über Bord geworfen wird. Normalerweise sollte dieses Gesetz an die Hersteller appellieren, ihre Produkte nicht besser zu machen, als sie es sind.

Tetra AquaArt-Aquarium – Innovative Technik und prämiertes Design

Ein Designerpreis  ist noch lange nicht ein funktionierendes Endprodukt. Prämiertes Design täuscht über Funktion hinweg und ist lediglich ein ästhetisches Empfinden. Wenn die Zielgruppe das kaufbewusste Publikum ist, hat diese genauso ein Recht darauf, fair behandelt zu werden. Stattdessen tut unsere Industrie alles, damit genau diese Klientel dauerfrustriert bleibt und nicht versteht , warum ihr Aquarium nicht funktioniert oder nur eingeschränkt funktionieren kann. Hier bekommt doch jeder weniger grob strukturiert denkender Mensch sofort den Eindruck, dass das Ganze von ein paar klugen Köpfen gesteuert wird.

Seit mindestens zwei Jahrzehnten werden diese 60er-, 80er- und 100er-Sets gebaut sowie das Design nur unwesentlich geändert. Die Beleuchtung blieb völlig unberührt – Was ist los meine Damen und Herren – fällt Ihnen nichts mehr ein oder interessieren hier wirklich nur Abverkaufszahlen?
Oder kostet das Werkzeug so viel, um eine derartige Abdeckung in Plastik nicht herstellen zu können? Bestimmt nicht, denn das gesamte Innere können Sie direkt weglassen. Vermutlich wird die Abdeckung in einem Spritzgussverfahren hergestellt. Wo liegt da jetzt das Problem?

Doch halt, stopp – da fällt mir ein, es gibt doch schon 60er-Abdeckungen, in denen das Beleuchtungsmodul herausnehmbar ist. Wenn ich mich recht erinnere, waren das Lichtkästen von Bioplast und Müller & Pfleger. Nur die Zirkulation muss noch verbessert werden. Ein weiteres Manko bei vielen Abdeckungen, die direkt auf die Aquarienoberkante aufgesetzt werden, die an der Außenkante der Scheiben entlanglaufen. Hässliche Kalkstreifen bleiben zurück – warum? Weil die Tropfkante der Abdeckung nicht stark genug abgewinkelt ist. Wodurch entsteht so etwas? Kapillarität – also eigentlich eine Fehlkonstruktion!
Schlimmstenfalls trägt der Unterschrank die Konsequenzen davon. Das kann auch nicht der Rahmen unter dem Aquarium verhindern, der eine schmale Rinne in seinem Profil aufweist – irgendwann ist auch die voll. Ach so, ich vergaß, so lange steht das Aquarium ja gar nicht – Denn es steht bereits im Keller – warm und trocken. Von zehn Neuanfängern bleibt einer dabei, der sich ein größeres Volumen kauft – das ist eine bemerkenswerte Quote.

Verbesserte Bedingungen

Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Ein von Arnold Design Aquarien getuntes 60er-Set von Waterhome, beleuchtet mit 4x15 W Arcadia Freshwater T8 Leuchtstoffröhren.Es gibt bestimmt Menschen, die ihr 60er-Set unter anderen Bedingungen weiterbetreiben würden, aber aufgaben, weil keine Alternativen angeboten werden. Damit dies keine Dauerzustand bleibt, möchte ich einfach ein paar Dinge verbessern und so einigen Menschen zu einem zufriedenstellenden Hobby verhelfen.
Nebenbei bemerkt – keiner kommt zu Schaden. Der Kunde ist glücklich und die Industrie ist über Zusatzverkäufe zufrieden, was letztere doch schon wieder mit einem Augenzwinkern quittieren werden. Meine Designerdienstleistung würde ich sehr gern der Industrie zur Verfügung stellen. Vielleicht ist dann in Zukunft ein vierflammiges 60er-Set denkbar…

Stellt sich abschließend nur noch die Frage, wie wird jetzt jeder einzelne Hersteller darauf reagieren, ganz speziell Tetra? Muss ich jetzt mit einer Klage rechnen, werden sich einige Firmen mit mir in Verbindung setzen oder beginnt jetzt eine Flut von Begründungen, Rechtfertigungen und so weiter? Meine Damen und Herren, nehmen Sie mir es bitte nicht übel, aber über zehn Jahre Zoohandel lassen nicht nur bei Kunden Frustration entstehen, sondern auch bei den Verkäufern und Zoohändlern. Wenn man permanent die Produktionssünden der Industrie korrigieren muss, davon kann sich leider keiner von Ihnen freisprechen, dann bekommt man so seine Zweifel. Ich möchte alles andere als der ERFÜLLUNGSGEHILFE der Industrie sein.

Erfahrungen machen kann dauern

Das zu erkennen, hat bei mir 40 Jahre gedauert. Vorher orientierte ich mich an dem, was da war. Wenn da nicht eines Tages ein Japaner aufgetaucht wäre, der so eine völlig andere Aquaristik betrieb. Seine Aquarien sind wunderschön bepflanzt und extrem hell beleuchtet. Der bede-Verlag und andere haben sogar Bücher darüber veröffentlicht. Die einzige, die diesen Mann nicht so richtig wahrgenommen hat, ist offenbar unsere Industrie. Zumindest nicht, was seine 60er-Abdeckungen betraf. Denn es ist bereits einige Jahre her, seit ich eines dieser Bücher zum ersten Mal in den Händen hielt.

Licht

Bild: Tetra AquaArt-Aquarium / Es geht auch ohne Industrie - die erste modifizierte Waterhome-Abdeckung mit 4 x15 Watt .Viermal 20 W über einer 60 X 30 cm Grundfläche. Das hatte Charakter, ganz zu schweigen von den Pflanzen, die darunter gepflegt wurden. Spätestens an diesem Aquarium merkte ich, wie weit wir davon entfernt waren. Diesen Zustand galt es abzustellen und von Stund an sann ich darüber nach, wie man konventionelle Lichtkästen und Aquarien tunen kann, die dem heutigen Anspruch genügen.
Das Ergebnis sehen Sie heute.

Nachsatz!

Nach dem ich mit der Einrichtung des Cubes fertig war und die gesamte Technik angeschlossen hatte, kam jetzt der Moment der Inbetriebnahme für das modifizierte Tetra AquaArt-Aquarium. Das alles funktionieren würde, stand außer Zweifel. Womit ich nicht gerechnet habe, war der Vorher-Nachher-Effekt. Schaltet man nur die Originallampe vom Tetra AquaArt-Aquarium ein, wirkt die Einrichtung eher gespenstisch. Eine Freundin benutzte einmal die Aussage: „Sieht ja aus wie eine Räuberhöhle.“ Schlagartig war ich ernüchtert und versuchte mir vorzustellen, wie es wohl anderen Aquarianern gehen würde – Enttäuschung pur. Werden die beiden zusätzlich eingebauten Leuchtstoffröhren eingeschaltet, dann geht in dem Aquarium die Sonne auf.

Nach Licht kommt nochmal Licht

Der Unterschied war derartig gravierend, dass ich mich gefragt habe, wie viel Frechheit muss man besitzen, um ein Aquarium mit so wunderbaren Worten wie innovative Technik und prämiertes Design zu versehen? Die Bezeichnung „Einsteiger-Set“ halte ich für nicht richtig – Aussteiger-Set wäre da schon eher zutreffend. Wie sollen sich beim Neueinsteiger Anfängererfolge abzeichnen, wenn die Industrie dem Fachhandel nicht vernünftiges Equipment zur Verfügung stellt?
Eine alte Weisheit besagt, dass Unwissenheit ein Segen ist. Segen für wen? Ich glaube, der Fachhandel wird schlichtweg nur benutzt und das schon seit Jahrzehnten. Es wird Zeit, dass wir der Industrie mal ein wenig auf die Finger klopfen und deutlich machen – so nicht. Wir als Einzelhändler haben dies schon begriffen, denn die Rache des Kunden ist gewiss, wenn er merkt, dass das Produkt nicht hält, was versprochen wurde. Er geht zum Nächsten. Das können wir auch!
Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass die klappbare Abdeckung des Tetra – AquaArt Aquariums nicht durchdacht ist. Jedes Mal, wenn diese am nächsten Morgen aufgeklappt wird, ergießt sich das Kondenswasser, das sich über Nacht im Deckelinneren gesammelt hat, über die Rückwand des Aquariums – trotz oberer Umrandung! Welch ein Dilemma! Also lieber erst am Nachmittag oder Abend füttern, dann ist das Wasser verdunstet. Übrigens, Tetra hat kurze Zeit später reagiert – mit der Erwirkung eines Schreibverbotes für meine Person. Soviel zu Meinungsfreiheit.